Exorbitante Preiserhöhungen bei Schulbusgebühren in Istanbul: Taxi ist günstiger

An einigen Schulen wurden die Gebühren für den Schülertransport um mehr als 100 Prozent erhöht. Die Transportunternehmen rechtfertigen dies damit, dass die eigentlichen Gewinne von Vermittlern an den Schulen eingestrichen würden. Rechtsexperten betonen, dass Eltern nicht verpflichtet seien, diese hohen Gebühren zu zahlen, und dass zu viel gezahlte Beträge zurückgefordert werden könnten.

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Für die rund 19 Millionen Schüler an den dem Bildungsministerium unterstellten Grund- und weiterführenden Schulen läutet am 9. September die Schulglocke. Vorschulkinder und Erstklässler nehmen bereits ab dem 2. September an einem Eingewöhnungsprogramm teil. Kurz vor Schulbeginn sind Eltern in großer Sorge, einen Transportplatz zu finden. Doch astronomische Gebühren setzen die Eltern unter Druck.

Gemäß der Entscheidung des Koordinationszentrums für Transport (UKOME) der Stadtverwaltung Istanbul (İBB) zu den Schulbusgebühren stieg der monatliche Preis für eine Strecke von 0-1 Kilometern um 16 Prozent auf 1.931,40 TL. Für 1-3 km liegt der Preis bei 2.068 TL, für 3-5 km bei 2.234 TL, für 15-17 km bei 3.712 TL und für 23-25 km bei 4.519 TL.

Auf die Transportgebühren für Schulbusse, die Vorschul-, Grund- und Mittelschüler befördern, darf ein Aufschlag von maximal 35 Prozent für Begleitpersonal erhoben werden. In diesem Fall steigt die Gebühr für 0-1 km auf 2.607 TL.

Wie aus einem Bericht der Zeitung Milliyet hervorgeht, verlangen einige Transportunternehmen und Schulen durch Erhöhungen von über 100 Prozent jährliche Gebühren von bis zu 100.000 TL.

MIT DEM BUS TÄGLICH 333 TL, MIT DEM TAXI 200 TL

Ein Transportunternehmen verlangt für eine Strecke von 3,8 km jährlich 60.000 TL. Bei 180 Schultagen pro Jahr belaufen sich die täglichen Kosten für einen Schüler somit auf durchschnittlich 333 TL. Würde der Schüler dieselbe Strecke täglich mit dem Taxi zurücklegen, lägen die täglichen Kosten bei durchschnittlich 200 bis 220 TL.

Aus diesem Grund planen einige Eltern, ihre Kinder selbst zu fahren oder ein Taxi zu nutzen, während andere auf illegale Transportdienste ausweichen. 

Wie in den Vorjahren entscheiden sich auch dieses Jahr einige für den sogenannten „Nachbarschaftstourismus“. Das bedeutet, dass sich mehrere Nachbarn zusammenschließen, um die Kinder gemeinsam zur Schule zu bringen.