Experten warnen vor Istanbul: „Dringende Maßnahmen erforderlich!“ – Gefahr an 500 Punkten
Experten, die dem Untersuchungsausschuss des türkischen Parlaments zum Brand im Kartalkaya-Hotel Informationen zum Brandrisiko in Istanbul präsentierten, warnten davor, dass ein erwartetes Erdbeben der Stärke 7 oder höher in der Megacity gleichzeitig an 500 Erdgas-Anschlusskästen Brände auslösen könnte.
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Der Untersuchungsausschuss des türkischen Parlaments zum Brand im Kartalkaya-Hotel setzt seine Arbeit im Parlament fort. In der letzten Sitzung wurde das Brandrisiko in Istanbul detailliert erörtert.
Wie die Zeitung Türkiye Gazetesi berichtet, präsentierten die Akademiker Dr. Ali Derdar Gültek und Dr. Uğur Emre Temelli von der Universität Istanbul den Abgeordneten wichtige Informationen zum Brandrisiko in der Megacity.
„IN 500 KÄSTEN KÖNNTEN GLEICHZEITIG BRÄNDE AUSBRECHEN“
Dr. Gültek betonte, dass Naturkatastrophen einander auslösen können, und wies darauf hin, dass ein in Istanbul erwartetes Erdbeben der Stärke 7 oder höher das Risiko birgt, an 500 Erdgas-Anschlusskästen gleichzeitig Brände zu verursachen.
GEMEINSAME PROJEKTE FÜR RISIKOGEBIETE
Gültek erklärte, dass seit 1999 verschiedene Vorbereitungen und Investitionen in diesem Bereich getätigt wurden. Er fügte hinzu, dass sie in Gebieten mit einer hohen Dichte an Hotels, Residenzen und Geschäftszentren wie Şişli, Maslak und İkitelli gemeinsame Projekte mit der Feuerwehr von Istanbul durchführen.
BEHÖRDEN WISSEN NICHTS VON SYSTEMEN
Gültek wies darauf hin, dass viele Lösch- und Erkennungssysteme nach der Installation ihrem Schicksal überlassen wurden: „Die Verwalter oder Techniker, die mit uns das Gebäude besichtigten, reagierten oft mit der Frage: ‚Hatten wir überhaupt so ein System?‘“
ERNSTE GEFAHR AUF DER HISTORISCHEN HALBINSEL
Gültek erklärte, dass der Bestand an Holzgebäuden auf der Historischen Halbinsel ein großes Brandrisiko darstelle. Er sagte, dass es eine von der Boğaziçi-Universität gemeinsam mit der Stadtverwaltung Istanbul entwickelte Schadensermittlungssimulation für Brände gebe, die nach einem möglichen Erdbeben ausbrechen könnten.
„NICHT EINMAL EINE BRANDSCHUTZWAND VORHANDEN“
Gültek betonte, dass Brände nach einem möglichen Erdbeben der Wirtschaft des Landes schweren Schaden zufügen könnten. Er berichtete, dass sie bei Untersuchungen in 60 Großfabriken vor etwa 10 Jahren festgestellt hätten, dass nicht einmal eine einfache Brandschutzwand vorhanden war.
Zudem fügte er hinzu, dass in 70 Prozent der untersuchten Fabriken die Erkennungssysteme nicht funktionierten und fast alle Beleuchtungssysteme defekt waren.
DRINGENDE MASSNAHMEN ERFORDERLICH
Dr. Uğur Temelli erklärte, dass im Falle eines Brandes in historischen Gebäuden die Intervention und der Schutz äußerst schwierig seien: „Die Nutzungszwecke dieser Gebäude haben sich diversifiziert. In jeder Nutzungsform, ob als Wohnraum, Schule oder Museum, sind die Brandlast und das Risiko gestiegen.“
Unter Verweis auf die Brände in historischen Stätten in Istanbul sagte Temelli: „Brände sind hier kein Risiko, das man einfach rückgängig machen kann. Es ist ein Prozess, der besondere Aufmerksamkeit erfordert.“
Temelli unterstrich, dass die Einrichtung eines nationalen Branddatensystems eine dringende Notwendigkeit sei: „Die Brandschutzverordnung muss weiterentwickelt, Arbeitsstätten und Wohnungen voneinander getrennt werden; zudem müssen ein Koordinationszentrum für Brandschutz und ein nationales Brandlabor eingerichtet werden.“