Fatih Altaylıs Reaktion auf Erdoğans Istanbul-Konvention-Kritik: Er greift seine eigene Leistung als „pervers und marginal“ an!

Der Journalist Fatih Altaylı reagierte darauf, dass der AKP-Vorsitzende und Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Istanbul-Konvention, die er 2011 selbst unterzeichnet und vom Parlament hatte ratifizieren lassen und aus der er später wieder ausgetreten war, als „Material für den Missbrauch durch marginale Perverse“ bezeichnete.

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Der AKP-Vorsitzende und Präsident Recep Tayyip Erdoğan nahm in seiner Rede zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen die Istanbul-Konvention ins Visier, die er 2011 selbst unterzeichnet hatte. 

Erdoğan sagte: "Unser Austritt aus der Istanbul-Konvention, die zum Material für den Missbrauch durch marginale Gruppen und perverse Strömungen geworden war, hatte nicht den geringsten negativen Einfluss auf die Rechte der Frauen oder den Kampf gegen Gewalt gegen sie. Denn die eigentlichen konkreten Instrumente des Kampfes sind die Gesetzgebung, die wir in unser Rechtssystem aufgenommen haben, allen voran das Gesetz Nr. 6284, sowie der Wandel, den wir in den Köpfen vollzogen haben."

Der Journalist Fatih Altaylı reagierte auf diese Worte Erdoğans. Altaylı wies darauf hin, dass Erdoğan die Istanbul-Konvention 2011 selbst unterzeichnet und vom Parlament hatte ratifizieren lassen, und äußerte: "Er greift die Istanbul-Konvention, die seine eigene Leistung ist, als 'pervers und marginal' an!"

Altaylı schrieb in seinem Artikel:

"Nun bezeichnet Erdoğan, der das Abkommen unterzeichnet und im türkischen Parlament ratifizieren ließ, dieses Abkommen als 'Material für den Missbrauch durch marginale Perverse'.

Ich werde nicht auf den Inhalt des Abkommens eingehen. Meiner Meinung nach liegt das eigentliche Problem ganz woanders.

Die AK-Partei beschwert sich wieder einmal über eine Arbeit, eine gesetzliche Regelung, die sie zuvor selbst geschaffen hat; mehr noch, sie greift ihre eigene Leistung als 'pervers und marginal' an.

Genau so, wie ihr die Verfassung, die sie erst vor fünf Jahren gemacht hat, nicht gefällt, wie sie sich am Recht auf Individualbeschwerde beim Verfassungsgericht stört, das sie selbst eingeführt hat, wie sie das Verfassungsgericht beschuldigt, bei dem sie zuvor Zuflucht gesucht hatte, und wie sie beim Kassationshof Zuflucht sucht, den sie zuvor beschuldigt hatte – so wie sie alles, was sie getan hat, nach einer Weile bereut.

Und nun will diese AK-Partei oder diese Mentalität erneut die Verfassung ändern. Seien Sie sicher, in 5 Jahren wird sie sagen: 'Diese Verfassung war ein großer Fehler. Ändern wir sie noch einmal.' Denn der Spiegel einer Partei ist ihre Arbeit, nicht ihre Worte. Aus einer Regierung, die so voller Reue ist, wird nichts Vernünftiges werden."