Fatih Yaşlı bewertet Öcalans Botschaft gegenüber 12punto: 'Man muss die Antwort aus Kandil abwarten'

Die seit Wochen erwartete Erklärung des PKK-Anführers Abdullah Öcalan ist eingetroffen. Die İmralı-Delegation der DEM-Partei gab den Text, in dem Öcalan die PKK zur Niederlegung der Waffen aufruft, in einer Pressekonferenz bekannt. Der Politikwissenschaftler Fatih Yaşlı bewertete die Erklärung gegenüber 12punto: „Kann man von einem demokratischen Prozess sprechen, während die Türkei vom AKP-MHP-Duo regiert wird? Man muss abwarten, wie die PKK auf diesen Aufruf reagieren wird, man muss die Antwort aus Kandil abwarten.“

Hazal Güven

Hazal Güven - 12punto.com.tr

Die seit Wochen erwartete Erklärung des PKK-Anführers Abdullah Öcalan ist eingetroffen. Die İmralı-Delegation der DEM-Partei gab den Text, in dem Öcalan die PKK zur Niederlegung der Waffen aufruft, in einer Pressekonferenz bekannt. Der Politikwissenschaftler Fatih Yaşlı bewertete die Erklärung gegenüber 12punto: „Kann man von einem demokratischen Prozess sprechen, während die Türkei vom AKP-MHP-Duo regiert wird? Man muss abwarten, wie die PKK auf diesen Aufruf reagieren wird, man muss die Antwort aus Kandil abwarten.“

In Bezug auf den Text äußerte Yaşlı die Einschätzung, dass die Bewegung „auf alle historischen Forderungen der kurdischen Bewegung bezüglich des Status der Kurden verzichtet und die kurdische Frage in eine vage Klammer der Demokratie eingesperrt hat“ und führte weiter aus:

'IN EINE KLAMMER DER DEMOKRATIE EINGESPERRT'

„Öcalan äußerte sich zu den Entstehungsbedingungen der PKK wie folgt: 'Die PKK ist auf einem Boden entstanden, der durch das 20. Jahrhundert, das Jahrhundert mit der intensivsten Gewalt der Geschichte, durch zwei Weltkriege, den Realsozialismus und das Umfeld des Kalten Krieges weltweit sowie durch die Leugnung der kurdischen Realität und Verbote, insbesondere in Bezug auf die Meinungsfreiheit, geprägt war', und sprach von einer Art Notwendigkeit.

Zweitens sagte er eigentlich, dass sich die Organisation bereits in den 1990er Jahren hätte auflösen müssen. Aber er sagte, die 'Bedingungen hätten dies nicht zugelassen'. Drittens, und das ist wichtiger, sagte er, dass Forderungen nach einem unabhängigen Staat, einer Föderation oder einem Konföderalismus keine Entsprechung mehr hätten.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Hauptforderung die Unabhängigkeit. Im Laufe der Zeit war man bei einem Punkt wie dem demokratischen Konföderalismus angelangt. Nun hat die kurdische Bewegung auf alle ihre historischen Forderungen bezüglich des Status der Kurden verzichtet und die kurdische Frage in eine vage Klammer der Demokratie eingesperrt.

Kann man vor allem von einem demokratischen Prozess sprechen, während die Türkei vom AKP-MHP-Duo regiert wird? Man muss abwarten, wie die PKK auf diesen Aufruf reagieren wird, man muss die Antwort aus Kandil abwarten.“