Festgenommener Journalist Osman Çaklı vor Gericht

Der Journalist Osman Çaklı, der in der Nacht in seiner Wohnung festgenommen wurde, wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen dem Gericht vorgeführt. Die Aussage von Çaklı vor der Staatsanwaltschaft hat begonnen.

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Der Journalist Osman Çaklı, der letzte Nacht aufgrund eines Beitrags in den sozialen Medien festgenommen wurde, hat vor Gericht ausgesagt. Nach den polizeilichen Maßnahmen wurde Çaklı der Staatsanwaltschaft überstellt, wo seine Befragung derzeit andauert.

„DIES IST ZUGLEICH EINE ÖFFENTLICHE ANZEIGE“

Bei seiner Aussage vor der Staatsanwaltschaft wurde Çaklı zu seinem Social-Media-Beitrag befragt. Çaklı antwortete auf die gestellte Frage wie folgt:

"Ich bin Journalist und berichte über Straftaten. Ich habe diese Fotos, die ich auf Social-Media-Plattformen gesehen habe, geteilt. Als Journalist habe ich nach dem Vorfall die Vermutung geäußert, dass die Bande namens 'Şapkalılar' (Die mit den Hüten) dafür verantwortlich sei. Meine Zeugenaussage und mein Bezug zum Vorfall gehen nicht darüber hinaus. Ich habe außer meiner journalistischen Tätigkeit keine Verbindung dazu. Ich kenne niemanden aus der Gruppe, die sich 'Şapkalılar' nennt. Es bestehen keinerlei Verbindungen. Dies ist zugleich eine öffentliche Anzeige."

VORWURF DER „BELEIDIGUNG DES PRÄSIDENTEN“ ERHOBEN

Nach Abschluss der Aussage wurde gegen Osman Çaklı neben dem Vorwurf der „Verherrlichung von Straftaten und Straftätern“ auch der Vorwurf der „Beleidigung des Präsidenten“ erhoben. Çaklı äußerte sich in seiner Verteidigung zu diesem Vorwurf wie folgt:

"Bezüglich des Vorwurfs der Beleidigung des Präsidenten halte ich meinen Beitrag, in dem es hieß: 'Wäre Erdoğan bei Babala TV aufgetreten und mit einem Fragenpool konfrontiert worden, der so hart wie der für Kılıçdaroğlu gewesen wäre, wären wahrscheinlich alle 750 Teilnehmer der Sendung festgenommen worden', nicht für strafbar.

Die Ausführungen in meinem Beitrag, der mit 'Erdoğan spricht nach dem Fastenbrechen mit Bauern...' beginnt, sind Aussagen, die vom Präsidenten selbst stammen.

Der Beitrag, der mit 'Von einer faschistischen Partei zu einer anderen faschistischen Partei, die daraus hervorgegangen ist...' beginnt, enthält nicht einmal eine Kritik an der Person des Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Die Person, die ich als 'aus einer faschistischen Partei hervorgegangen' bezeichnet habe, ist Gürhan Kocaman, der von der MHP zur İYİ-Partei gewechselt ist; der Beitrag bezog sich darauf, dass er sich mit dem Anführer einer organisierten kriminellen Vereinigung, Ayhan Bora Kaplan, fotografieren ließ. Dieser Beitrag hat weder mit dem Präsidenten noch mit seiner Partei etwas zu tun.

In meinem Beitrag über Erokspor verwende ich den Ausdruck 'Erdoğans Projektteam'. In diesem Zusammenhang sind auch die weiteren Ausführungen im Beitrag Aussagen aus offenen Quellen, die keinen Straftatbestand erfüllen."

WAS WAR PASSIERT?

Nachdem Osman Çaklı letzte Nacht festgenommen, zur Polizeidienststelle gebracht und nach den dortigen Maßnahmen dem Gericht überstellt worden war, wurde gegen ihn aufgrund eines Beitrags in den sozialen Medien der Vorwurf der „Verherrlichung von Straftaten und Straftätern“ erhoben.

Çaklı hatte in dem betreffenden Beitrag darauf hingewiesen, dass das Şafak-Krankenhaus in Okmeydanı in der Nacht mit Schusswaffen angegriffen wurde, und dabei folgende Worte verwendet:

“Wer oder welche Gruppen den Angriff verübt haben, muss nach den Ermittlungen geklärt werden. Doch eine Bande, die sich selbst 'Şapkalılar' nennt, hat den Angriff für sich beansprucht, indem sie ein Banner aufhängte und posierte, um zu zeigen, dass sie auf der Seite der Arbeiter stünden.”