Folter an Israel-Protestierenden: 'Schläge, Leibesvisitation...'

Neun junge Menschen, die während einer Rede von Präsident Erdoğan gegen den Handel mit Israel protestierten, wurden wegen des Vorwurfs der „Beleidigung des Präsidenten“ festgenommen. Der Halk-TV-Autor Ismail Saymaz behauptete, die Jugendlichen seien Leibesvisitationen, Schlägen und entwürdigenden Praktiken ausgesetzt gewesen.

12punto

Neun junge Menschen, die während einer Rede des Präsidenten und AKP-Vorsitzenden Recep Tayyip Erdoğan gegen den Handel mit Israel protestierten, wurden festgenommen, nachdem sie Parolen gerufen und Transparente entrollt hatten.

 Der Halk-TV-Autor Ismail Saymaz erklärte, dass die Jugendlichen aufgrund dieser Aktionen fünf Tage lang inhaftiert waren. Saymaz behauptete, dass Protestierende in Tel Aviv für eine solche Aktion nicht festgenommen worden wären.

FESTNAHME WEGEN BELEIDIGUNG DES PRÄSIDENTEN

Obwohl die Transparente und Parolen keine direkte Beleidigung enthielten, wurden die Jugendlichen wegen des Vorwurfs der „Beleidigung des Präsidenten“ inhaftiert. Saymaz gab an, dass eine neu ernannte Richterin mit Kopftuch die Entscheidung zur Inhaftierung der Jugendlichen getroffen habe.

LEIBESVISITATION BEI FRAUEN

Ismail Saymaz enthüllte, dass die drei festgenommenen weiblichen Protestierenden im F-Typ-Gefängnis Silivri einer Leibesvisitation unter dem Namen „Grubenuntersuchung“ sowie entwürdigender Behandlung ausgesetzt waren. Aufgrund dieser Behandlung seien drei Justizvollzugsbeamte im Gefängnis vom Dienst suspendiert worden.

VORWÜRFE VON SCHLÄGEN GEGEN MÄNNLICHE PROTESTIERENDE  

Es wurde behauptet, dass die männlichen Protestierenden während des Gewahrsams und im Gerichtsgebäude von Personenschützern des Präsidenten und Polizisten geschlagen wurden. Saymaz berichtete, dass ein Protestierender eine schwere Augenverletzung erlitten habe und die Spuren der Schläge in den medizinischen Berichten vermerkt seien.

RECHTLICHE SCHRITTE EINGELEITET 

Saymaz erklärte, dass die Jugendlichen heute bei der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul Strafanzeige erstatten würden und die Vorwürfe der Misshandlung rechtlich geprüft würden. Er betonte, dass sie die Vorwürfe bezüglich Schlägen, Leibesvisitationen und Folter weiter verfolgen würden.