Forderung von 88.302 Jahren Haft für „Tosuncuk“ Mehmet Aydın im Çiftlik-Bank-Prozess
Der Angeklagte im Çiftlik-Bank-Prozess, Mehmet Aydın, sieht sich mit einer Rekord-Haftstrafe konfrontiert, die der Staatsanwalt in seinem Plädoyer gefordert hat. Für den unter dem Spitznamen „Tosuncuk“ bekannten Aydın wurden 88.302 Jahre Haft beantragt.
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Im Prozess gegen 20 Angeklagte, darunter der als „Tosuncuk“ bekannte Mehmet Aydın und sein Bruder Fatih Aydın, hat der Staatsanwalt sein Plädoyer im Çiftlik-Bank-Verfahren vorgelegt.
In dem Plädoyer wurde für Mehmet Aydın eine Gesamthaftstrafe von 88.302 Jahren gefordert.
WAS WAR GESCHEHEN?
Mehmet Aydın, der Gründer des in der Öffentlichkeit als „Çiftlik Bank“ bekannten Systems, das durch das Versprechen hoher Renditen zahlreiche Menschen schädigte, war nach mehr als zweijähriger Flucht auf Antrag der Türkei von Brasilien ausgewiesen worden.
Der unter dem Spitznamen „Tosuncuk“ bekannte Aydın wurde am 3. Juli 2021 im Flugzeug am Flughafen Istanbul festgenommen. Im Rahmen der Ermittlungen, die aufgrund der Beschwerden von 102 Geschädigten eingeleitet wurden, wurde er wegen „Gründung einer kriminellen Vereinigung“, „Betrug unter Nutzung von IT-Systemen sowie Bank- oder Kreditinstituten als Werkzeug“ sowie „Betrug durch Händler, Unternehmensleiter oder Genossenschaftsverwalter“ inhaftiert.
Fatih Aydın, der im Rahmen der Ermittlungen zum „Çiftlik Bank“-System wegen „Verstoßes gegen das Bankengesetz“, „Gründung einer kriminellen Vereinigung“, „Geldwäsche von Vermögenswerten aus Straftaten“, „Betrug unter Nutzung von IT-Systemen sowie Bank- oder Kreditinstituten als Werkzeug“ und „Betrug durch Händler, Unternehmensleiter oder Genossenschaftsverwalter“ gesucht wurde, war im Juli 2021 in Uruguay gefasst worden.
Die Generalstaatsanwaltschaft von Anadolu hatte ein Auslieferungsersuchen für Aydın gestellt; nach seiner Überstellung in die Türkei am 2. November 2021 wurde der Angeklagte vom Haftrichter in Untersuchungshaft genommen.