Französisches Unternehmen Lafarge muss sich wegen Finanzierung des IS vor Gericht verantworten

Der französische Zementriese Lafarge und vier ehemalige Führungskräfte des Unternehmens werden sich vor Gericht verantworten müssen, da sie im Rahmen ihrer Aktivitäten in Syrien den IS und die Nusra-Front finanziell unterstützt haben sollen.

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Die Anti-Korruptions-NGO Sherpa und das Europäische Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte (ECCHR) gaben eine gemeinsame Erklärung zu den Ermittlungen gegen die Aktivitäten von Lafarge in Syrien ab.

Der Erklärung zufolge haben die drei für den Fall zuständigen Richter entschieden, dass sich der Lafarge-Konzern sowie vier ehemalige Führungskräfte des Unternehmens wegen der Finanzierung einer Terrororganisation und des Verstoßes gegen das Embargo der Europäischen Union (EU), das jegliche finanziellen und geschäftlichen Beziehungen zu den Terrororganisationen IS und Nusra-Front untersagt, vor Gericht verantworten müssen.

Darüber hinaus werden zwei ehemalige Mitarbeiter, die für die Sicherheit der Aktivitäten des französischen Zementunternehmens in Syrien zuständig waren, sowie ein syrischer Geschäftsmann im Rahmen desselben Verfahrens wegen der Finanzierung einer Terrororganisation angeklagt.

Sherpa und das ECCHR begrüßten diesen neuen Meilenstein nach acht Jahren andauernder Ermittlungen.

Lafarge, eines der weltweit größten Zementunternehmen, hatte seine Aktivitäten in Syrien trotz des im März 2011 ausgebrochenen Krieges fortgesetzt. Das Unternehmen, das seine Produktion auch nach der Übernahme der Region durch den IS aufrechterhielt, stellte seine Arbeiten Ende 2014 ein. Es kam jedoch ans Licht, dass das Unternehmen Zahlungen an die Organisation geleistet sowie Material und Treibstoff bereitgestellt hatte, um seine Aktivitäten in der Region Çelebiye fortsetzen zu können. Im Jahr 2022 bestätigte das Berufungsgericht in der französischen Hauptstadt Paris die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens gegen Lafarge wegen des Vorwurfs der „Beihilfe zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ durch die Finanzierung des IS in Syrien. Im selben Jahr einigte sich das Unternehmen vor einem Bundesgericht in den USA, bekannte sich der „Unterstützung des IS“ schuldig und erklärte sich zur Zahlung einer Strafe in Höhe von 777,78 Millionen US-Dollar bereit.