Frauenwahlrecht wird 91 Jahre alt: 'Kampf für gleichberechtigte Teilhabe geht weiter'
Anlässlich des 91. Jahrestages der Einführung des aktiven und passiven Wahlrechts für Frauen in der Türkei betonte die KA.DER-Vorsitzende Yeşim Akpolat, dass der Kampf für eine gleichberechtigte Repräsentation von Frauen weiterhin andauert.
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In der Türkei erhielten Frauen am 5. Dezember 1934 das aktive und passive Wahlrecht. Dieses Datum markiert nicht nur einen rechtlichen Erfolg, sondern ist ein Sieg, der nach jahrelangem Kampf errungen wurde und dem Wunsch der Frauen nach gleichberechtigter Staatsbürgerschaft entsprach. Doch selbst 91 Jahre später ist eine angemessene Repräsentation von Frauen in der Politik noch immer nicht erreicht.
KAMPF FÜR GLEICHBERECHTIGTE REPRÄSENTATION DAUERT AN
Yeşim Akpolat, Vorsitzende der KA.DER (Vereinigung zur Unterstützung von Kandidatinnen), erklärte, dass der Kampf für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen unaufhörlich weitergehe und sagte: „Gleichberechtigte Repräsentation wird durch Kampf gewonnen; es gibt kein Zurück.“ Akpolat betonte, dass die von Frauen erkämpften Rechte stets geschützt werden müssten, damit sie dauerhaft Bestand haben.
Obwohl die Türkei bei den politischen Rechten von Frauen einst eine Vorreiterrolle einnahm, besteht in der politischen Repräsentation nach wie vor ein großes Ungleichgewicht. Der Prozess, der 1935 mit den ersten 18 weiblichen Abgeordneten im Parlament begann, hat sich seitdem kaum weiterentwickelt. Heute liegt der Frauenanteil in der Politik immer noch unter 20 Prozent. In der Kommunalverwaltung sind lediglich 3 Prozent der Bürgermeister und 11 Prozent der Mitglieder in Gemeinderäten Frauen. Dies ist ein deutliches Zeichen für die strukturelle Ausgrenzung in der Politik.
Bis heute wurden in 17 Provinzen der Türkei noch nie Frauen ins Parlament gewählt. Zu dieser Gruppe gehören Provinzen wie Kırklareli, Kırıkkale, Kilis, Rize und Artvin. Dies verdeutlicht nicht nur den Mangel an weiblicher Repräsentation, sondern auch ein geografisches Ungleichgewicht. In verschiedenen Regionen der Türkei sehen sich Frauen bei der politischen Teilhabe weiterhin mit großen Hindernissen konfrontiert.
Bei den Wahlen 2023 wurden in drei Provinzen erstmals Frauen als Abgeordnete gewählt: Giresun, Nevşehir und Osmaniye. Obwohl dies eine positive Entwicklung darstellt, zeigt die Tatsache, dass in 17 Provinzen weiterhin keine einzige Frau im Parlament vertreten ist, dass der Fortschritt langsam und ungerecht verläuft. Es ist offensichtlich, dass weitere Schritte für eine gleichberechtigte Repräsentation von Frauen erforderlich sind.
GLÄSERNE DECKEN MÜSSEN DURCHBROCHEN WERDEN
Die KA.DER richtete folgenden Appell an die politischen Parteien: „Wir können nicht länger warten, um gläserne Decken zu durchbrechen; die politischen Parteien können es sich nicht leisten, sich ihrer Verantwortung zu entziehen.“ Solange keine gleichberechtigte Repräsentation von Frauen gewährleistet ist, können keine politischen Strategien entwickelt werden, die die tatsächlichen Bedürfnisse der Gesellschaft widerspiegeln, und die Demokratie bleibt unvollständig.
Die KA.DER forderte alle politischen Parteien dazu auf, egalitäre Nominierungsverfahren wie das Reißverschlusssystem einzuführen. Zudem wurde betont, dass politische Gewalt gegen Frauen, Mobbing und Hassrede nicht straffrei bleiben dürfen. Es wurde bekräftigt, dass der Kampf so lange fortgesetzt wird, bis Frauen in Entscheidungsgremien mindestens zur Hälfte vertreten sind.
„WIR KÄMPFEN SEIT 91 JAHREN UND GEBEN NICHT AUF“
Das aktive und passive Wahlrecht für Frauen wurde vor 91 Jahren errungen, doch es erfordert ständigen Einsatz, um dieses Recht zu verteidigen und auszubauen. Die KA.DER erinnerte erneut an die Transformationskraft, die Frauenorganisationen, Aktivistinnen und die feministische Bewegung in dieses Land eingebracht haben. Gleichberechtigte Repräsentation sollte nicht nur als ein Recht, sondern als eine Notwendigkeit für das gesunde Funktionieren der Demokratie betrachtet werden.
Anlässlich des 91. Jahrestages des Kampfes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen sandte die KA.DER erneut eine starke Botschaft: „Gleichberechtigte Repräsentation wird durch Kampf gewonnen. Der Kampf liegt bei uns. Die Macht liegt bei uns. Es gibt kein Zurück.“