Spektakuläre Aussagen im GAİN-Medya-Verfahren: Millionenschwere Geldtransfers...
Im Rahmen der von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft geführten Ermittlungen wegen illegaler Wetten wurden die Aussagen des ehemaligen GAİN-Medya-Eigentümers Berkin Kaya und des Inhabers der Anahat Holding, Selahattin Aydın, bekannt. Während Kaya angab, Millionenbeträge in bar per Motorrad transportiert zu haben, betonte Aydın, beim Kauf des Unternehmens lediglich die Plattform erworben zu haben.
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Im Zuge der von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft gegen die GAİN Medya AŞ geführten Ermittlungen wegen illegaler Wetten wurden der ehemalige Eigentümer Berkin Kaya und der Inhaber der Anahat Holding, Selahattin Aydın, festgenommen. Kaya wies die Vorwürfe zurück, er sei der Betreiber illegaler Wettseiten gewesen. Aydın betonte hingegen, er habe keine Verbindung zur Vergangenheit von Kaya und lediglich die Plattform erworben.
VERBINDUNGEN ZU ILLEGALEN WETTEN
Die Ermittlungen umfassen Vorwürfe, wonach die GAİN Medya AŞ im Rahmen des Gesetzes Nr. 7258 für illegale Wettgeschäfte genutzt wurde. Kaya erklärte, er habe Anfang der 2010er Jahre mehrere Unternehmen gegründet und diese später übertragen. Auf Fragen zu illegalen Wettseiten gab er an, er habe lediglich Spiele verfolgt; der Verdächtige Barbaros Reşat Gülcan habe ihm ein PDF mit dem Titel „Präsentation von Sportwetten“ zugesandt. Kaya tat dies mit den Worten „Wir haben es geschlossen, wir sind nicht aktiv geworden“ ab.
AUSSAGEN EINES ANONYMEN ZEUEN
Die Staatsanwaltschaft konfrontierte Kaya mit der Aussage des anonymen Zeugen „Gri“, der behauptete: „Kaya ist der Eigentümer der illegalen Wettseiten.“ Kaya wies diese Anschuldigungen zurück und argumentierte, dass die Kontobewegungen bei Papara nicht ihm zuzuordnen seien.
Kaya reagierte zudem auf die Aussagen des bekannten Moderators Okan Karacan, wonach Kaya Werbung für illegale Wetten habe drehen lassen. Kaya erklärte, er habe Karacan 2017-2018 bei einem Filmprojekt kennengelernt und wisse, dass Karacan sich in einer Rehabilitationsphase befunden habe, weshalb er die Behauptungen über Werbedrehs zurückweise.
Zu der Herkunft der Barmittel laut MASAK-Analysebericht erklärte Kaya: „Ich habe Bitcoins aus meiner Krypto-Wallet über eine Person via ICQ-Chat-Applikation in Bargeld umgewandelt. Das Bargeld wurde mir teils per Motorrad, teils per Auto zugestellt. Da es keine Krypto-Gesetzgebung gab, hielt ich es nicht für strafbar.“ Kaya bestritt die gegen ihn gerichteten Punkte im MASAK-Bericht.
Bezüglich GAİN Medya erklärte Berkin Kaya, dass er nach dem Kauf des Unternehmens im Jahr 2024 für 7-8 Monate eine Partnerschaft geführt habe und Selahattin Aydın vor der Übertragung des Unternehmens ein Angebot für eine 50-prozentige Anteilsübertragung unterbreitet habe. Kaya gab an, den Verkauf von GAİN im Februar 2025 vollzogen zu haben.
GELDEINGÄNGE IN HÖHE VON 2,9 MILLIARDEN TL
Laut einem Bericht des Habertürk-Sonderkorrespondenten Ceylan Sever hat die Staatsanwaltschaft festgestellt, dass von der Gründung der GAİN Medya AŞ bis August 2025 Geldeingänge in Höhe von 2 Milliarden 986 Millionen TL verzeichnet wurden. Es wurde angegeben, dass ein Teilbetrag von 310 Millionen TL, der auf Kayas Konto eingezahlt wurde, als Bargeld transferiert wurde und die Details hierzu Gegenstand der Ermittlungen sind.
Berkin Kaya erklärte, die besagten großen Geldtransfers seien als Kapitaleinlagen und für Serienprojekte erfolgt. Kaya bezeichnete den Kauf der GAİN-Plattform als geschäftlichen Fehler und Verlustgeschäft: „Diese Investition war ein Fehler an sich“, sagte er.
Selahattin Aydın schilderte den Prozess des Kaufs der GAİN-Plattform und gab an, dass das Unternehmen mit 60 Millionen Dollar bewertet worden sei, er den Kauf jedoch nicht vollzogen habe, da er diesen Preis für zu hoch hielt. Aydın gab an, der aktuelle Wert des Unternehmens liege bei 1 Milliarde Dollar. Zudem betonte er, der Kauf sei zu Investitionszwecken erfolgt und der Wert der Plattform sei gestiegen.
„ICH HABE DAS UNTERNEHMEN GEKAUFT, NICHT SEIN FÜHRUNGSZEUGNIS“
Aydın erklärte: „Ich habe keine freundschaftliche Vergangenheit mit Berkin Kaya, ich habe nur die Plattform gekauft. Ich habe nicht sein polizeiliches Führungszeugnis gekauft“, und betonte, dass seine Beziehung zu Kaya rein geschäftlicher Natur sei. Zudem unterstrich er, dass die Geschäftsführung des Unternehmens vollständig bei ihm liege. Aydın gab an, die Finanzierung des Unternehmens sei aus seinen persönlichen Ersparnissen erfolgt.
Aydın bestätigte die Kontobewegungen der Anahat Holding, betonte jedoch, dass diese vollständig durch Gelder aus seinen persönlichen Ersparnissen finanziert worden seien. Er erklärte, dass für die Finanzierung des Unternehmens keine externen Quellen in Anspruch genommen wurden. Aydın argumentierte, dass sie die Plattform dank der erfolgreich durchgeführten Arbeiten und Vereinbarungen für die Zukunft des Unternehmens zu einem angemessenen Wert erworben hätten.