Auch Senioren in die Fänge der „Neugeborenen-Bande“ geraten!
Während die „Neugeborenen-Bande“, die die Türkei zutiefst erschüttert hat, darauf wartet, am 18. November vor Gericht zu erscheinen, sorgen neue Details über die Bande erneut für Entsetzen.
12punto
Neuen Vorwürfen zufolge haben die Bandenmitglieder nicht nur Neugeborene zwangsweise auf Intensivstationen verlegt und deren Tod herbeigeführt, sondern auch Senioren in ihre Fänge gelockt und unter dem Vorwand einer Behandlung in den inzwischen geschlossenen Krankenhäusern sterben lassen.
Während die Türkei über den Skandal um die Neugeborenen-Bande in den Krankenhäusern spricht, die den Tod von Babys verursacht haben, kam ans Licht, dass nicht nur Säuglinge, sondern auch ältere Menschen in die Hände dieser Todesbande gerieten.
DASSELBE KRANKENHAUS, DASSELBE SCHMERZLICHE ENDE
Die 75-jährige Fatma Usta wurde von ihrer Familie wegen einer Infektion in das Özel Şafak Krankenhaus in Bağcılar gebracht. Die Familie, die davon ausging, dass Mutter Usta das Krankenhaus bald wieder verlassen würde, erlebte einen wahren Albtraum.
Den Vorwürfen zufolge verlegten die Ärzte Usta sofort auf die Intensivstation. Die Ärzte behaupteten, der Zustand der alten Frau sei gut, doch am vierten Tag teilten sie mit, dass sie intubiert worden sei.
Die 75-Jährige soll ihrer Tochter gegenüber geäußert haben, dass sie von der Intensivstation verlegt werden wolle, doch die Ärzte hätten dies nicht erlaubt.
SIE GING ZU FUSS HINEIN, IHRE LEICHE KAM HERAUS
Die alte Frau, die zu Fuß in das Krankenhaus gegangen war, wurde als Leiche wieder abgeholt.
„HOLT MICH HIER RAUS! SIE WERDEN MICH HIER TÖTEN“
Die Tochter von Fatma Usta sagte gegenüber ATV Haber: „Meine Mutter fing an zu schimpfen und sagte: 'Holt mich hier raus, sie werden mich hier töten'. Sie haben meine Mutter aufgepumpt und ihr einen riesigen Schlauch in den Mund gesteckt. Wir haben sie gesund hingebracht und ihre Leiche zurückerhalten. Hier arbeitet jeder mit jedem zusammen. Jeder beschwert sich über dieses Krankenhaus.“
GESPRÄCHE IN DER GERICHTSAKTE
In der Gerichtsakte, in der die Neugeborenen-Bande angeklagt ist, gibt es Beweise dafür, dass die Opfer nicht nur Babys waren.
Die Sätze, die Krankenschwester D.T. äußerte, während sie ihrem Ärger über einen Arzt Luft machte, sind bezeichnend:
„Ich habe weder eine Abfindung erhalten noch sonst etwas. Ich habe gekündigt und obendrein haben sie hinter meinem Rücken weiter über mich geredet. Ich habe ohnehin nach dem kleinsten Vorwand gesucht. Du tötest auch Erwachsene, die auf eigenen Beinen hereinkamen, und lässt sie dann sterben, bist du überhaupt ein Arzt!“
Der Dialog zwischen zwei anderen Krankenschwestern, die ebenfalls zur Bande gehören, lautet wie folgt;
- „Kumpel, die Neugeborenen-Station in Güney ist dicht, das ist sicher und klar. Definitiv dicht, Kumpel. Die denken jetzt, es geht nur um Neugeborene, aber morgen oder übermorgen fängt die SGK vielleicht auch bei den Erwachsenen an zu prüfen.“
„Sie werden anfangen, Bruder, warum sollten sie nicht? Die Leute haben einmal den Geruch von Illegalität in die Nase bekommen.“
- „Ganz genau. Sollen sie doch diese Akten von vor zehn, zwanzig Jahren aufrollen, mal sehen, ob ihnen dann noch ein einziger Cent übrig bleibt?“
Sogar eines der Bandenmitglieder, das versucht, sich reinzuwaschen, sagt, dass es die Vorfälle offiziell melden werde, und gibt zu, dass sich die Unregelmäßigkeiten nicht nur auf die Neugeborenen-Station beschränkten:
- „Wir stecken jetzt mitten im Gerichtsverfahren. Ist das nicht genau der richtige Zeitpunkt, um an SABİM und CİMER zu schreiben? Kumpel, was soll ich da schreiben?“
„Schreib über die unrechtmäßigen Patientenaufnahmen über die 112, schreib, dass sie Patienten ohne Protokoll aufnehmen, danach kannst du auch die Unregelmäßigkeiten bei den Erwachsenen schreiben.“
- „Die Patientenbettwäsche?“
„Ja, schreib, dass sie die Patientenstufen künstlich aufblähen, Unregelmäßigkeiten, dass sie die Bettwäsche-Abrechnungen aufblähen, dass sie Verstorbene länger liegen lassen und die Liegezeiten der Patienten künstlich verlängern, das kannst du alles schreiben.“