Ein jahrelanger Plan wird Realität: Syrien soll in 5 Teile gespalten werden
Der von Ahmed al-Shara, der die Übergangsverwaltung nach Assad übernommen hat, noch vor seiner Ankündigung ins Spiel gebrachte „Sicherheitsplan mit 5 Zonen“ hat den Prozess der Aufteilung Syriens beschleunigt. Das Szenario der USA, Russlands und Saudi-Arabiens von vor Jahren steht wieder auf der Tagesordnung. Hier sind die Details...
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Nach dem Sturz des Baschar-al-Assad-Regimes in Syrien hat Ahmed Schara, der die Führung der Übergangsregierung übernommen hat, noch vor seinem offiziellen Amtsantritt einen entscheidenden Schritt zur Verwaltung des Landes unternommen.
SICHERHEITSPLAN MIT 5 ZONEN Die Übergangsregierung unter Schara bereitet sich darauf vor, Syrien in 5 separate Sicherheitszonen aufzuteilen, die auf geografischen und ethnischen Grundlagen basieren. Mit dieser Struktur soll die operative Entscheidungsfindung im Land beschleunigt werden. Es bleibt jedoch unklar, ob dieser Plan eine föderale Struktur einleitet oder lediglich eine Übergangslösung darstellt.
NEUES LEBEN FÜR EINEN ALTEN PLAN: DER TISCH VON 2011 IST ZURÜCK
Die entstandene Karte deckt sich weitgehend mit den Teilungsplänen, die nach Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 zwischen den USA, Russland und Saudi-Arabien diskutiert wurden. Laut einem Bericht des Nefes-Autors Murat Gürgen bedeutet der Plan der Schara-Regierung die faktische Umsetzung des damals debattierten Modells „5 Zonen, 5 Verwaltungen“.
ETHNISCHE UND MILITÄRISCHE VERTEILUNG DER ZONEN
Die geplanten Sicherheitszonen wurden sowohl nach ethnischer Verteilung als auch nach militärischen Kontrollgebieten geformt:
Östliche Zone: Die Provinzen al-Hasaka, ar-Raqqa und Deir ez-Zor, in denen die YPG/SDF, der syrische Ableger der PKK, weiterhin aktiv ist, wurden dieser Zone zugeordnet.
Nördliche Zone: Der Westen von Aleppo sowie die Provinz Idlib wurden aufgrund der hohen Turkmenen-Dichte in diese Klassifizierung aufgenommen. Sie umfasst zudem Gebiete, in denen sich Stützpunkte der türkischen Streitkräfte befinden.
Küstenregion: Diese Zone, die die Städte Tartus und Latakia umfasst, soll den von Russland unterstützten arabischen Alawiten überlassen werden.
Zentrale Zone: Die Städte Homs und Hama, in denen sunnitische Araber die Mehrheit bilden, liegen in dieser Zone.
Südliche Zone: Diese Zone, bestehend aus Daraa, as-Suwaida und Quneitra, umfasst die Gebiete, in denen die drusische Bevölkerung lebt.
Das auffälligste Detail auf der Karte ist, dass die Hauptstadt Damaskus nicht der „Zentralen Zone“, sondern der „Südlichen Zone“ zugeordnet wurde. Es kamen Behauptungen auf, dass diese Regelung insbesondere auf Wunsch der USA und Israels getroffen wurde. Diplomatische Quellen weisen darauf hin, dass diese Klassifizierung von Damaskus ein Zeichen für einen neuen geopolitischen Bruch sein könnte.
Obwohl argumentiert wird, dass die regionale Aufteilung der Zentralregierung nicht vollständig ihre Befugnisse entziehen soll und eine solche Struktur lediglich der Sicherheit und operativen Koordination diene, bleibt unklar, wie dies in der Praxis funktionieren wird. Damit die Schara-Regierung diesen Plan umsetzen kann, müssen bewaffnete Gruppen, allen voran die SDF, die Waffen niederlegen und eine nationale Armee für das gesamte Land aufgestellt werden.