Eisige Winde zwischen MHP und Justiz: Ermittlungen wegen 'Attentats auf Aziz İhsan Aktaş'
Selahattin Yılmaz, der in der Vergangenheit gemeinsam mit Alaattin Çakıcı den MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli besucht hatte, wurde im Rahmen einer in Istanbul geführten Untersuchung festgenommen. Obwohl der Vorwurf eines „Attentats auf Aziz İhsan Aktaş“ in den Akten enthalten ist, wurde dieser Anschuldigung im Überstellungsantrag keine Erwähnung geschenkt.
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Das Büro für organisierte Kriminalität der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft leitete am 15. August eine konzertierte Operation ein, die ihren Schwerpunkt in Istanbul hatte, sich jedoch auch auf Ankara, Antalya, Muğla und Samsun erstreckte. Bei der Razzia im Morgengrauen wurden gegen Selahattin Yılmaz und 14 weitere Verdächtige Ermittlungsmaßnahmen eingeleitet.
Bei Hausdurchsuchungen wurden nicht registrierte Pistolen, Pumpguns, Magazine, Munition und schusssichere Westen sichergestellt. Yılmaz und 13 weitere Personen wurden in Gewahrsam genommen.
AUCH ANWALT, DER DURCH LUXUSBÜRO-POSTS AUFFIEL, FESTGENOMMEN
Zehn Personen, darunter der Anwalt Cem Duman, der in den letzten Tagen durch Beiträge aus seinem Luxusbüro für Aufsehen gesorgt hatte, wurden nach der Vorführung beim Haftrichter inhaftiert.
Während Yılmaz als „Anführer einer kriminellen Vereinigung“ inhaftiert wurde, wurden die Anwälte Cem Duman und Selma Ilık wegen des Vorwurfs der „Gründung einer kriminellen Vereinigung, Nötigung und Vorteilsnahme für unbefugte Geschäfte“ in Untersuchungshaft geschickt. Sechs weitere Personen wurden wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Nötigung inhaftiert.
ATTENTATSVORWURF UND VERSCHWÖRUNGSTHEORIE
Im Zentrum der Ermittlungen steht der Vorwurf eines „Attentats auf Aziz İhsan Aktaş“. Laut einem Bericht der Zeitung Sabah soll der Präsident des Sportvereins der Stadtverwaltung Istanbul (İBB), Fatih Keleş, aus dem F-Typ-Gefängnis Kandıra heraus über Anwälte den Befehl an Yılmaz erteilt haben, den „Kronzeugen Adem Aktaş zu töten“.
Der Halk-TV-Kolumnist İsmail Saymaz berichtete hingegen in seiner Kolumne, dass Keleş das Angebot, das ihm im Gefängnis unterbreitet wurde – „gegen bestimmte Zahlungen kannst du freikommen“ – abgelehnt habe und zudem keinerlei Verbindung zu den Attentatsvorwürfen gegen Yılmaz bestehe.
„ICH BIN EIN MENSCH, DER DEM STAAT TREU IST“
In seiner Aussage wies Selahattin Yılmaz die Attentatsvorwürfe zurück und erklärte:
„Ich kenne Aktaş nicht. Ich habe seinen Namen zum ersten Mal während meiner Aussage gehört. Ich habe ihn weder persönlich noch telefonisch oder über Vermittler getroffen. Es ist unmöglich, dass ich meinen Sohn in eine solche Angelegenheit hineinziehe. Das Umfeld von Aktaş hat meinen Namen benutzt, um ihn in eine andere Richtung zu lenken. Dies könnte eine gegen mich inszenierte Verschwörung sein.“
Yılmaz betonte, dass Aktaş bei den Operationen gegen die CHP-geführten Kommunen dem Staat geholfen habe, und sagte: „Anstatt ihm zu schaden, würde ich mich schützend vor ihn stellen. Ich garantiere, dass ihm nicht einmal ein Haar gekrümmt wird.“
DIE NACHRICHT „Opet Aziz İhsan AKTAŞ“ AUF DEM TELEFON
Die Staatsanwaltschaft stellte in ihrem Überstellungsantrag den Vorwurf der „bewaffneten kriminellen Vereinigung“ in den Vordergrund. Eine auf dem Telefon von Yılmaz gefundene Nachricht mit dem Inhalt „Opet Aziz İhsan Aktaş“ wurde als Beweismittel gewertet. Yılmaz gab an, diesen Ausdruck im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Tankstelle gehört zu haben. Dieser Widerspruch wurde zum kritischsten Punkt seiner Aussage.