Ist der neue Öffnungsprozess ins Stocken geraten? Wahlpläne an der Regierungsfront
Das Ausbleiben konkreter Schritte im von der Regierung initiierten Prozess für eine 'Türkei ohne Terror' hat innerhalb der AKP zu zwei unterschiedlichen Strömungen geführt. Während der Wahlprozess näher rückt, wird darüber debattiert, ob die 'Öffnungspolitik' politische Kosten verursachen könnte.
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Der von der Regierung eingeleitete Prozess für eine „Türkei ohne Terror“ hat insbesondere nach der Erklärung der PKK zur Waffenruhe einen wichtigen Wendepunkt erreicht. Da der Prozess jedoch keine konkreten Ergebnisse lieferte, stieß er sowohl bei der Wählerbasis als auch beim Partner der Volksallianz, der MHP, auf ernsthafte Reaktionen.
Während die Unruhe im nationalistischen Flügel der Volksallianz, allen voran bei der MHP, immer tiefer wird, haben sich innerhalb der AKP unterschiedliche Tendenzen hinsichtlich der Fortsetzung dieses Prozesses herausgebildet.
„BEGRENZTE FORTSCHRITTE ERZIELT“
Wie Merve Kılıç von der Zeitung Cumhuriyet berichtet, steht in AKP-Kreisen aufgrund der begrenzten Fortschritte die Option einer „Beendigung des Prozesses“ auf der Tagesordnung. Dass die PKK die Waffen nur symbolisch niedergelegt hat, wird als das deutlichste Zeichen dafür gewertet, dass der Prozess festgefahren ist und die Reaktionen der Wähler zunehmen. Kommentare aus AKP-Kreisen, die besagen, dass „keine konkreten Schritte für das Vorankommen des Prozesses unternommen wurden“, deuten darauf hin, dass der Prozess faktisch beendet ist.
„DARF KEINE BELASTUNG FÜR DEN WAHLPROZESS SEIN“
Quellen innerhalb der AKP weisen darauf hin, dass aktuelle Umfragen zeigen, dass insbesondere nationalistische und konservative Wähler zunehmend Unbehagen gegenüber dem Öffnungsprozess empfinden. Einige AKP-Quellen kommentieren: „Die Fortsetzung dieses Prozesses verursacht politische Kosten. Eine solche Last kann im Wahlprozess nicht getragen werden.“ Es wird betont, dass der „Öffnungsprozess“ keinen weiteren Schaden anrichten dürfe, während sich die Regierung auf die Wahlvorbereitungen konzentriert.
Zwei Hauptströmungen innerhalb der AKP werden für die Zukunft des Prozesses entscheidend sein. Während ein Teil argumentiert, dass die Fortsetzung der Öffnung aufgrund internationaler Gleichgewichte und regionaler Entwicklungen strategisch notwendig sei, ist der andere Teil der Ansicht, dass der Druck der Wähler schwerer wiege. Dieser Teil vertritt die Auffassung, dass ein faktisches Ende des Prozesses die Volksallianz entlasten würde.
Die Äußerungen von Devlet Bahçeli zum „Öffnungsprozess“ haben die zweite Strömung innerhalb der AKP gestärkt. Es heißt, dass Erdoğan seine Entscheidung über die Zukunft des Prozesses im Hinblick auf den nahenden Wahlprozess entsprechend dem Wahlkalender gestalten werde.
Quellen innerhalb der Partei geben an, dass die AKP in einer Phase, in der sie sich auf die Wahlperiode konzentriert, Schritte vermeiden werde, die Wählerstimmen kosten könnten.