Kapitalgruppe nimmt Boykottaufruf ins Visier
Nach der Inhaftierung des Bürgermeisters von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, und den darauf folgenden Massenprotesten riefen Bürger zu Boykotten auf. Während dieser Aufruf auch Unterstützung von der CHP erhielt, zeigten sich 'Kapitalgruppen' einig und nahmen die Boykottaufrufe ins Visier.
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Nach der Festnahme und Inhaftierung des Bürgermeisters von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, wegen Korruptionsvorwürfen kam es landesweit zu Protestaktionen. Bürger, die von ihrem verfassungsmäßigen Recht Gebrauch machten, riefen zu einem Boykott für den 2. April auf.
Der CHP-Vorsitzende Özgür Özel unterstützte den besagten Boykottaufruf. Während zahlreiche Minister auf die Boykottaufrufe reagierten, leitete die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft Ermittlungen ein.
Andererseits agierten die Kapitalgruppen 'mit einer Stimme' und nahmen die Boykottaufrufe ins Visier. Diejenigen, die den 'Konsumboykott am 2. April' kritisierten, sind wie folgt:
Orhan Aydın, Vorsitzender des Verbandes der anatolischen Löwen-Geschäftsleute (ASKON): "(Boykottaufrufe) Den Prozess auf diese Ebene zu ziehen und die Wirtschaft des Landes ins Visier zu nehmen, ist keine Haltung, sondern ein geistiger Aussetzer."
Bendevi Palandöken, Vorsitzender des türkischen Handwerks- und Gewerbeverbandes (TESK): "In dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit sollte man das Handwerk und die Gewerbetreibenden, die versuchen, ihre Kunden zu bedienen, unterstützen und den Handel nicht zum Erliegen bringen."
Rifat Hisarcıklıoğlu, Präsident der Union der Kammern und Börsen der Türkei (TOBB): "Es ist falsch, Unternehmen, die produzieren, Arbeitsplätze schaffen und investieren, zur Zielscheibe zu machen und zu boykottieren. Unsere Unternehmen sollten aus politischen Debatten herausgehalten werden."
Şekib Avdagiç, Präsident der Handelskammer Istanbul (İTO): "Boykottaufrufe sind falsch. Unternehmen, die Produkte der heimischen und unabhängigen Wirtschaft der Türkei sind und Arbeitsplätze schaffen, dürfen nicht angegriffen werden."
Mahmut Asmalı, Vorsitzender des Verbandes unabhängiger Industrieller und Geschäftsleute (MÜSİAD): "(Der Boykottaufruf) ist ein offener Versuch, unser heimisches und nationales Kapital zu schwächen und dem globalen Kapital Raum zu verschaffen."
Erdal Bahçıvan, Präsident der Industriekammer Istanbul (İSO): "Man sollte vorsichtig und sensibel gegenüber Aufrufen sein, die das Geschäftsleben in unserem Land beeinträchtigen und negative Folgen für die Produktion haben könnten."