Kommentar von Ahmet Ercan zum Marmara-Erdbeben: Kommt das große Beben?
Nach dem Erdbeben der Stärke 6,2, das sich am 23. April in Istanbul ereignete, herrschte in der Bevölkerung große Angst. Während Experten nacheinander Warnungen aussprachen, äußerte sich der Geophysiker Prof. Dr. Övgün Ahmet Ercan in den Morgenstunden.
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Das Erdbeben der Stärke 6,2, das sich am 23. April in Istanbul ereignete, hat Millionen von Menschen in der Megacity beunruhigt.
Nach dem heftigen Beben verbrachten viele Bürger die Nacht im Freien, während Experten nacheinander Stellungnahmen abgaben. Eine der bemerkenswertesten Erklärungen kam vom Geophysiker Prof. Dr. Övgün Ahmet Ercan.
In einer früheren Stellungnahme hatte Prof. Dr. Ercan auf ein Erdbeben der Stärke 4,3 in Istanbul hingewiesen und erklärt: „Das Beben war zwar klein, aber seine Lage ist beunruhigend. Es zeigt, dass die Spannung auf den Istanbul-Arm übergesprungen ist. Das wird von uns Geophysikern nicht gerne gesehen. Wenn die Spannungsübertragung begonnen hat, läuten die Alarmglocken. Wir werden die Situation mit Argusaugen beobachten.“
'WIR HABEN DIE VERÄNDERUNGEN IN DER ERDKRUSTE BEOBACHTET'
Prof. Dr. Ercan gab an, dass sie die Nachbeben und die Veränderungen in der Erdkruste die ganze Nacht über beobachtet hätten. Am Morgen teilte er zudem Folgendes mit:
„Wir waren letzte Nacht sehr besorgt. Wir haben schlaflos die Veränderungen in der Erdkruste verfolgt. Glücklicherweise haben sich unsere Befürchtungen weitgehend zerstreut. Wir beobachten die Lage weiter. Hoffen wir auf das Beste.“
'DIE SORGE VOR EINEM GROSSEN BEBEN NIMMT AB'
Ercan, der die Erdbebenaktivitäten der letzten vier Tage anhand von Grafiken auf seinem Social-Media-Account bewertete, teilte folgende Informationen mit:
„Die Erdbebenaktivität der letzten 4 Tage konzentriert sich auf den Thrakien-Arm, es gibt einen Bruch von 28 km Länge. Wenn wir uns die letzten 24 Stunden ansehen, ist die Spannung zwar auf den Istanbul-Arm übergesprungen, aber es gibt keine Aneinanderreihung entlang des Bruchs. Daher nimmt die Sorge vor einem unmittelbar bevorstehenden großen Erdbeben ab.“
Ercan erklärte, dass das Erdbeben der Stärke 6,2 wissenschaftlich gesehen eine Vielzahl von Daten geliefert habe. In seiner Bewertung der Art des Bruchs äußerte er sich wie folgt:
„Mechanismus des Bruchs: rechtshändige Blattverschiebung mit einer vertikalen Komponente. Je weiter man nach Westen geht, desto stärker wird die vertikale Komponente. Das M6,2-Beben hat geophysikalisch gesehen viele Informationen für die Zukunft geliefert. Die Bruchlänge hat sich ohne Zerstörung und ohne Todesopfer verkürzt. Dies hat die erwartete Erdbebenstärke zumindest geringfügig verringert.“