Kommission traf sich mit Terroristenführer: Welche Schritte stehen im zweiten Öffnungsprozess an?
Im zweiten Öffnungsprozess, den die Regierung als „Türkei ohne Terror“ bezeichnet, wurde mit dem Treffen der im türkischen Parlament (TBMM) eingerichteten Kommission mit dem Anführer der Terrororganisation PKK, Abdullah Öcalan, auf Imralı eine neue Schwelle überschritten. Es wird behauptet, dass in den kommenden Phasen des Prozesses weitreichende Schritte auf die Tagesordnung kommen könnten, die von Amnestiepaketen über Verfassungsänderungen und Regelungen zur kurdischen Sprache bis hin zum Präsidialsystem reichen.
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Der zweite Öffnungsprozess, der mit dem Handschlag von MHP-Parteichef Devlet Bahçeli mit Abgeordneten der DEM-Partei begann und von der Regierung als „Türkei ohne Terror“ bezeichnet wird, setzt sich fort, nachdem eine im Parlament gebildete Kommission eine Delegation zum Terroristenführer Abdullah Öcalan auf Imralı entsandt hat.
Nach dem Treffen der Kommission mit dem Terroristenführer richtet sich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit nun darauf, was als Nächstes in diesem Prozess geschehen wird.
Veli Toprak von der Zeitung Sözcü listete die zu erwartenden Entwicklungen in der neuen Phase des Prozesses wie folgt auf:
-Zunächst stehen das „Recht auf Hoffnung“ (Umut Hakkı) und die Alternative des Hausarrests für Apo sowie Amnestie und politische Freiheit für die 3.500 Terroristen in den PKK-Lagern und in den Bergen sowie für die inhaftierten PKK-Mitglieder im Raum.
-Es wird darauf hingewiesen, dass die sogenannten Anführer der Organisation in diesem Prozess in Länder wie Norwegen oder Schweden ausreisen könnten.
-Mit dieser geplanten Regelung ist eine Amnestie nur für Militante aufgelöster Organisationen vorgesehen. Auf diese Weise würden Mitglieder von Organisationen wie DHKP-C, IS oder FETÖ nicht von den Vollzugs- oder Amnestieregelungen profitieren können.
DEFINITION DES TÜRKENTUMS
-Es wird erwartet, dass die Definition in der Verfassung, wonach „jeder, der durch das Band der Staatsbürgerschaft an den türkischen Staat gebunden ist, ein Türke ist“, geändert wird.
-Unterdessen steht auch das Thema Kurdisch auf der Tagesordnung. Der Chefberater des Präsidenten, Mehmet Uçum, hatte in seinem Artikel am Sonntag erklärt: „Die kurdische Sprache wird gestärkt und verstetigt werden.“ Entsprechende Regelungen werden ebenfalls zur Debatte stehen.
-Es wird behauptet, dass der syrische Ableger der PKK in den Prozess einbezogen und den Anführern eine politische Basis bereitet werden soll.
-Ein weiteres Thema ist die Öffnung des Weges für eine dauerhafte Präsidentschaft Erdoğans. Auch der Artikel zur Präsidentschaftswahl soll geändert werden.
-Es wird erwogen, die Hürde für die Präsidentschaftswahl von 50+1 auf 40+1 zu senken, um Erdoğan den Weg für eine erneute Kandidatur zu ebnen.