Lager der Terrororganisation PKK werden geräumt: Mehr als 100 Lager werden evakuiert
Nach der Entscheidung der Terrororganisation PKK, die Waffen niederzulegen, richten sich alle Augen auf die Lager im Nordirak. Der unter Aufsicht des türkischen Geheimdienstes MİT stattfindende Evakuierungsprozess wird Monate in Anspruch nehmen. Nach der Räumung der Lager werden Peschmerga-Kräfte in der Region stationiert. Hier sind neue Details zum Prozess der Waffenabgabe...
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Nachdem die PKK einen Auflösungskongress abgehalten und die Entscheidung zur Waffenabgabe getroffen hat, beginnt sich das Schicksal der Stützpunkte und Unterkunftsgebiete der Organisation im Nordirak und im Kandil-Gebirge zu klären.
Nach Informationen, die Özgür Cebe von der Zeitung Sözcü aus Sicherheitskreisen erhalten hat, wird der Räumungsprozess unter der Aufsicht des MİT durchgeführt. Um die Sicherheit der zu räumenden Gebiete zu gewährleisten, werden die bereits in der Region operierenden Einheiten der türkischen Streitkräfte (TSK) im Einsatz bleiben. Nach Abschluss des Prozesses werden in der Region Kräfte stationiert, die der Regionalregierung Kurdistan (KRG) unterstehen.
Östlich von Kandil befinden sich sieben Lager namens Harun, Ayhan, Rüstem, Berdakaşo, Dolakoge, Asos und Kalatukan. In diesen Lagern befinden sich die Frauenorganisation KJB, das sogenannte Hauptquartier, Waffenlager, eine Einheit zur Kontrolle des Schmuggels, eine Schneiderei, ein Friedhof sowie eine Sicherheitskompanie.
Auf der Westseite gibt es sieben weitere Lager namens Kortek, Bole, Lewce, Şehit Rüstem, Zergele, Surede und Balakayati. In diesen Lagern befinden sich zwei Bataillone bewaffneter Einheiten, ein militärisches Ausbildungsgebiet für Frauen, ein Krankenhaus, unterirdische Waffenlager und Logistikdepots.
NORDIRAK IN 3 GEBIETE UNTERTEILT
Die PKK hat ihre Unterkunftsgebiete im Nordirak in drei Zonen unterteilt: das Kandil-Gebiet, das Zagros-Gebiet und das Behdinan-Gebiet.
Während sich im Kandil-Gebiet 14 Lager befinden, liegen im Zagros-Gebiet die Lager Avaşin, Basyan, Hakurk und Haftanin. Im Behdinan-Gebiet gibt es die Lager Zap, Gara und Metina.
Darüber hinaus gibt es in der Provinz Dohuk im Gebiet der Operation Pençe-Kilit 24 weitere Lager, in denen die Terrororganisation stationiert ist.
STÜTZPUNKTE UND WACHTÜRME UNTER AUFSICHT DER TSK AKTIV
In der Bradost-Region, die Kandil und seine Umgebung umfasst, sind 31 Stützpunkte und Wachtürme der TSK aktiv. In den Städten Sidekan und Rewandüz bei Erbil gibt es 5 verschiedene Beobachtungs- und Aufklärungspunkte. Auf dem Hasan-Bey-Hügel in Kandil sind 3 Beobachtungspunkte und auf dem Helgurt-Gebirge 5 Außenposten und Beobachtungseinheiten stationiert.
Dank der im Bezirk Çoman in der Region Huşkan errichteten Stützpunktzone wurde die logistische Unterstützung für die Terroristen unterbrochen. Auf dieser Linie befinden sich Wachtürme, die mit hochauflösenden Wärmebildkameras wie den von ASELSAN entwickelten Systemen „Casus Baykuş“ (Spionage-Eule), „Kedi Gözü“ (Katzenauge) und „Şahin Göz“ (Falkenauge) ausgestattet sind.
HAFTANİN UND HAKURK: DAS TOR ZUR TÜRKEI
Im Haftanin-Tal an der Grenze der Operation Pençe-Kaplan befinden sich etwa 20 Lager. In diesen Lagern gibt es Waffenlager, Schneidereien und Logistikeinheiten.
Im Hakurk-Tal wird die Stützpunktzone Goraspi aktiv von der TSK genutzt. In diesem als Bradost bezeichneten Gebiet wurden 15 verschiedene Unterkunftsstellen identifiziert.
DIE LEBENSADER DER ORGANISATION
Das Gara-Gebirge im Bezirk Amediye in Dohuk und die umliegenden 41 großen und kleinen Lager gelten als eines der strategisch wichtigsten Zentren der Organisation. Dieses Gebiet, das nur 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt liegt, wird von den Terroristen als Hauptdurchgangsroute für Infiltrationen genutzt.
In Gara gibt es 4 unterirdisch errichtete Waffenlager, 2 geheime Gefängnisse, Zentren für die Ausbildung von Selbstmordattentätern und sogenannte Akademien.
Das Zap-Tal im Gebiet der Operation Pençe-Kilit ist das Zentrum der Bomben- und Minenproduktion der PKK. Im Tal befinden sich 35 Lager. Dort gibt es Chemielabore, unterirdische Munitionstunnel sowie Medikamenten- und Munitionsdepots. Es wird berichtet, dass die Tunnel eine Länge von bis zu 800 Metern erreichen.
MİT UND PESCHMERGA KOORDINIEREN DIE WAFFENABGABE
In den Gebieten, die die PKK übergeben wird, sollen unterirdische Tunnel, geheime Munitionslager und Unterkunftsgebiete in Begleitung einer gemeinsamen Beobachtungsdelegation des MİT und der KRG geräumt werden.
Sobald der Prozess der Waffenabgabe abgeschlossen ist, werden die hochgesicherten TSK-Stützpunkte noch für kurze Zeit ihren Betrieb fortsetzen. Anschließend werden die Stützpunkte und Wachtürme an die Peschmerga-Kräfte übergeben.
Ein Großteil der türkischen Soldaten wird an strategische Punkte entlang der türkischen Grenzlinie verlegt.