Murat Bardakçı schaltet sich in die Debatte um Staatstrauer ein: 'Gibt es in unserer Tradition nicht'
Der Journalist Murat Bardakçı äußerte sich zur Debatte über eine Staatstrauer nach dem Unfall in Georgien und erklärte: „Es liegt nicht in unserer Tradition, für Märtyrer eine Staatstrauer auszurufen.“
12punto
Nachdem bei einem Absturz eines militärischen Frachtflugzeugs in Georgien 20 türkische Soldaten ums Leben kamen, kam in der Türkei die Frage auf, ob eine Staatstrauer ausgerufen werden sollte.
Der Journalist Murat Bardakçı beteiligte sich an dieser Debatte und äußerte: "Die Ausrufung einer Staatstrauer für gefallene Soldaten widerspricht unseren Traditionen."
KEINE ANTWORT AUF DIE ERWARTUNG EINER STAATSTRAUER
Es wurden Forderungen laut, für unsere 20 Soldaten, die bei dem Flugzeugabsturz in Georgien ihr Leben verloren haben, eine Staatstrauer auszurufen. Der CHP-Vorsitzende Özgür Özel hatte sich nach dem Unglück an Präsident Erdoğan gewandt und eine dreitägige Staatstrauer gefordert. Von Erdoğan gab es jedoch bisher keine Stellungnahme zu diesem Thema.
Murat Bardakçı wies in seiner Kolumne zu diesem Thema darauf hin, dass in der Geschichte der Republik für gefallene Soldaten niemals eine Staatstrauer ausgerufen wurde.
Bardakçı sagte: "In unserer republikanischen Geschichte gab es viele schmerzhafte Ereignisse, die mit dem Märtyrertod endeten, doch bei diesen Vorfällen wurde niemals eine Staatstrauer ausgerufen."
In seinem Artikel betonte Bardakçı, dass der "Märtyrertod gemäß religiöser Überzeugungen der höchste Rang ist, der erreicht werden kann", und erklärte, dass man um Märtyrer nicht trauern sollte. Er räumte zwar ein, dass es ein menschliches Gefühl sei, um die Gefallenen zu weinen, betonte jedoch, dass es keine Tradition der Staatstrauer für militärische Märtyrer gebe.
Bardakçı erkannte in seinem Text an, dass der Schmerz über die gefallenen Soldaten in der Bevölkerung große Trauer ausgelöst habe.
Er erklärte jedoch, dass dieser Schmerz traditionell nicht die Ausrufung einer Staatstrauer erfordere. Bardakçı sagte: "Zwar brennt das Feuer dort, wo es hinfällt, daher ist es ein vollkommen natürliches und menschliches Gefühl, um die verlorenen Leben zu trauern, Tränen zu vergießen und verzweifelt zu sein."