Schockierender Brief des Tatverdächtigen im Fall Ahmet Minguzzi: Das sind die Aussagen, die nicht vor Gericht kamen
Im Fall des in Kadıköy ermordeten Mattia Ahmet Minguzzi wurde ein Brief, den der Angeklagte B.B. an den anderen inhaftierten Angeklagten U.B. geschrieben hat, als wichtiges Beweismittel in die Akten aufgenommen, das den Verlauf der Ermittlungen verändern könnte. Der Brief enthält erschütternde Aussagen über die Begehung der Tat.
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Im laufenden Prozess gegen die Mörder von Mattia Ahmet Minguzzi, der vor 15 Tagen in Kadıköy sein Leben verlor, erregte ein Brief des inhaftierten Angeklagten B.B. an den Mitangeklagten U.B. Aufmerksamkeit. In dem Brief finden sich Äußerungen darüber, dass sich die Täter problemlos im Gefängnis einrichten könnten.
Bei dem Vorfall auf dem Dienstagsmarkt in Kadıköy war Mattia Ahmet Minguzzi nach einem Streit mit einer Gruppe von Radfahrern von dem Angeklagten B.B. mit fünf Messerstichen lebensgefährlich verletzt worden. Zeugenaussagen zufolge hatte U.B. während des Vorfalls geholfen, indem er auf Minguzzi eintrat. Der nach dem Angriff schwer verletzte Minguzzi verlor nach einem 15-tägigen Überlebenskampf im Krankenhaus sein Leben.
In dem von B.B. verfassten Brief stach die Formulierung "Wir sitzen das wie Löwen ab und kommen wieder raus" besonders hervor. Die Äußerungen im Brief, wie "Du wirst ohnehin nicht lange sitzen, kümmern sich deine Leute um dich? In einem Jahr kommst du raus, wir sitzen ja schon seit 5 Monaten. Halte noch 6-7 Monate durch", zeigten eine Haltung, die die Schwere der Tat der Angeklagten verharmlost. Zudem gab der Angeklagte B.B. Ratschläge, dass er und die anderen vermeiden sollten, falsche Aussagen über ihre Taten zu machen.
AUSSAGEN, DIE NICHT VOR GERICHT KAMEN:
In B.B.s Brief kam auch zum Ausdruck, dass er glaubt, die anderen Angeklagten hätten durch falsche Aussagen ihre eigene Inhaftierung verursacht. Mit den Worten "Warum hat Ayberk so ausgesagt, hätte er keine falsche Aussage gemacht, wäre er nicht verhaftet worden", teilte er seine Gedanken darüber mit, wie der Verlauf der Ermittlungen und des Gerichtsverfahrens beeinflusst werden könnte.
Die Leitung der Justizvollzugsanstalt kam zu dem Schluss, dass die Äußerungen in dem von B.B. verfassten Brief den "Verlauf der Ermittlungen durch falsche Angaben verändern könnten" und eine Verherrlichung sowie Anstiftung zu Straftaten beinhalten. Aus diesem Grund wurde der Brief als bedenklich eingestuft und als Beweismittel in die Prozessakte aufgenommen.
VERHANDLUNG AUF DEN 21. OKTOBER VERTAGT
Der fünfte Verhandlungstag im Mordprozess von Kadıköy fand vor dem 2. Jugendstrafgericht von Anatolien statt. Das Gericht entschied, die Untersuchungshaft der inhaftierten Angeklagten fortzusetzen, und vertagte die Verhandlung auf den 21. Oktober.