Skandal im Fall Minguzzi: Messer nicht als 'Tatwaffe' eingestuft
Im Prozess um die Ermordung von Ahmet Mattia Minguzzi, dem Sohn eines italienischen Kochs, ist ein bemerkenswertes Detail ans Licht gekommen. Während die Überwachungskameraaufnahmen aufgrund von Verjährung aus den Akten gestrichen wurden, wurde das Verfahren eingestellt, da das bei dem Mord verwendete Messer nicht als „verbotener Gegenstand“ eingestuft wurde.
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Im Fall um den Tod von Ahmet Mattia Minguzzi, dem Sohn des italienischen Küchenchefs Carlo Minguzzi, der im Jahr 2023 in Kadıköy, Istanbul, bei einem Messerangriff ums Leben kam, gibt es eine neue und kontroverse Entwicklung.
Wie die Reporter von Ekol TV, Dilek Yaman Demir und Elyesa Karatepe, berichten, wurde das bei der Tat verwendete Messer nicht als Tatwaffe eingestuft, da es bei einer kriminaltechnischen Untersuchung nicht als „verbotener Gegenstand“ klassifiziert wurde.
KRIMINALTECHNISCHE UNTERSUCHUNG DURCHGEFÜHRT
Gegen B.B., der beschuldigt wird, Minguzzi getötet zu haben, wurde neben dem Tötungsdelikt ein separates Ermittlungsverfahren wegen „unerlaubten Erwerbs, Tragens oder Besitzes von Messern oder anderen Gegenständen“ geführt.
In diesem Zusammenhang enthielt der Bericht der Kriminalpolizeidirektion der Region Istanbul detaillierte technische Informationen zur Tatwaffe. Dem Bericht zufolge handelte es sich um ein Messer mit einer Klingenlänge von 10,3 Zentimetern, einer einseitigen Schneide, einer spitzen Klinge, ohne Hohlkehle, mit stumpfem Rücken und einem grünen Kunststoffgriff.
'KEIN VERBOTENES MESSER'
Auf Grundlage des kriminaltechnischen Berichts wurde festgestellt, dass das betreffende Messer nicht zu den nach dem Gesetz Nr. 6136 verbotenen Gegenständen zählt.
Aus diesem Grund stellte die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen B.B. wegen „unerlaubten Messerbesitzes“ ein. Diese Entscheidung löste in der Öffentlichkeit Empörung aus.
ÜBERWACHUNGSKAMERA-AUFNAHMEN VERJÄHRT
Ein weiteres bemerkenswertes Detail in der Prozessakte betrifft die Aufnahmen der Überwachungskameras. Es wurde bekannt, dass die während der Ermittlungen sichergestellten Aufnahmen nicht rechtzeitig als Beweismittel in die Akte aufgenommen wurden und die Bilder daher ihre Gültigkeit verloren haben.
In der Akte der Staatsanwaltschaft wurde dieser Umstand mit dem Hinweis vermerkt, dass die Aufnahmen „aufgrund von Verjährung nicht mehr verwertbar“ seien.
Ahmet Mattia Minguzzi, Sohn des berühmten italienischstämmigen Küchenchefs Carlo Minguzzi, lebte in Istanbul. Der junge Mann kam bei dem Messerangriff in Kadıköy ums Leben; der Vorfall hatte sowohl in der Türkei als auch in Italien für großes Aufsehen gesorgt.