Spannungen in der AKP wegen Akın Gürlek: Sorge vor einer „Stärkung der Opposition“
Nach der Entscheidung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, Akın Gürlek als Nachfolger von Yılmaz Tunç zum Justizminister zu ernennen, gibt es in den Kulissen der AKP bemerkenswerte Einschätzungen. Informationen aus Parteikreisen zufolge werden Bedenken geäußert, dass eine „harte und scharfe“ politische Linie die Oppositionsfront stärken könnte.
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Nach den neuen Ernennungen in den Ministerien für Justiz und Inneres, die zu einem der brisantesten Themen der türkischen Politik geworden sind, sind die internen Bewertungen innerhalb der AKP an die Öffentlichkeit gelangt. Informationen aus Parteikreisen zufolge liegt der Fokus insbesondere auf den politischen Folgen des Wechsels im Justizministerium.
Wie die Journalistin Nuray Babacan berichtet, äußern einige AKP-Politiker die Befürchtung, dass die neue Ära als „Abkehr vom Recht, eine weitere Schieflage der Waage der Gerechtigkeit sowie eine Distanzierung von Menschenrechten und Demokratie“ interpretiert werden könnte.
In den Bewertungen innerhalb der AKP dominiert die Ansicht, dass ein „hartes und scharfes“ politisches Verständnis der Partei mittelfristig schaden könnte. Es wird berichtet, dass es Stimmen gibt, die argumentieren, dass diese Linie den Oppositionsblock stärken werde.
Einige Parteimitglieder betonen hingegen, dass die politischen Machtverhältnisse in Ankara die Entscheidungen des neuen Justizministers beeinflussen werden und dass nicht jede Idee ohne Weiteres in eine gesetzliche Regelung umgesetzt werden könne.
Dieser Auffassung zufolge wird argumentiert, dass Entscheidungen zunächst innerhalb der Partei, dann in den Parlamentsausschüssen und schließlich in der Generalversammlung geformt werden, wobei dieser Prozess auch den Minister selbst verändern könne.
Nach den Ereignissen bei der Vereidigung der neuen Minister wird darauf hingewiesen, wie wichtig es sei, dass die Fraktion geschlossen hinter den Ministern stehe. Es wird berichtet, dass einige AKP-Politiker in internen Sitzungen folgende Einschätzungen vorgenommen haben:
„Es gibt einen großen Unterschied zwischen Entscheidungen hinter verschlossenen Türen und der Ausübung eines Ministeramtes in der Öffentlichkeit. Jede Entscheidung durchläuft zuerst den politischen Filter und dann den parlamentarischen Filter. Zwang funktioniert nur bis zu einem gewissen Punkt. Niemand ist unabhängig. Als Ali Yerlikaya sein Amt antrat, wurde er mit Applaus empfangen, doch als er ging, stand niemand an seiner Seite. Deshalb sind die Machtverhältnisse in Ankara wichtig.“
Mit dem neuen Ministerprozess wird darauf hingewiesen, dass auch das Thema „stellvertretende Minister“ zu einem wichtigen Tagesordnungspunkt innerhalb der Partei geworden ist.
Den Informationen zufolge gilt es als unwahrscheinlich, dass die derzeitigen stellvertretenden Minister ohne eine Entscheidung von Präsident Erdoğan ausgetauscht werden. Daher wird erklärt, dass die Minister, auch wenn sie es nicht wünschen, gezwungen sein werden, eine Zeit lang mit den bestehenden Stellvertretern zusammenzuarbeiten.
Aufgrund dieser Situation herrscht in den AKP-Kulissen ein reger Betrieb bezüglich der stellvertretenden Minister; es wird berichtet, dass Initiativen ergriffen werden, damit einige Namen im Amt bleiben, während andere zwischen den beiden Ministerien wechseln könnten. Es heißt, dass diese Vorschläge über die Fraktion dem Präsidenten unterbreitet werden sollen und nach dem Genehmigungsprozess neue Ernennungen auf die Tagesordnung kommen könnten.