Verantwortungskrise nach dem Brand in Kartalkaya: Wo ist Minister Ersoy?
Nach der Brandkatastrophe im Grand Kartal Hotel in Kartalkaya halten die Diskussionen über die Verantwortlichkeiten an. Das Schweigen des Ministers für Kultur und Tourismus, Mehmet Nuri Ersoy, stößt in der Öffentlichkeit auf Kritik, während Fragen zur Zuständigkeit für die Brandschutzinspektionen aufgeworfen werden.
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In den Erklärungen nach dem Brand im Grand Kartal Hotel wurden Diskussionen über die Brandschutzinspektionen des Hotels laut.
Während Minister Ersoy erklärte, dass die Zuständigkeit für die Inspektion des Hotels bei der Stadtverwaltung von Bolu liege, betonte der Bürgermeister von Bolu, Tanju Özcan, dass die Aufsichtsbefugnis aufgrund des Status als Tourismusgebiet beim Ministerium für Kultur und Tourismus liege.
Özcan erklärte zudem, dass die Stadtverwaltung seit 2007 kein positives Brandschutzgutachten für das Hotel mehr ausgestellt habe.
WARUM ÜBERNIMMT MINISTER ERSOY KEINE VERANTWORTUNG?
Im Zuge der nach der Katastrophe eingeleiteten Ermittlungen wurden 11 Personen festgenommen, darunter der Hotelbesitzer und ein stellvertretender Bürgermeister.
Dass der Tourismusminister jedoch keine umfassendere Erklärung zum Brand abgab und keine klare Haltung zur Verantwortung für den Vorfall einnahm, löste heftige Reaktionen aus.
SCHOB DIE VERANTWORTUNG MIT EINER KURZEN ERKLÄRUNG AUF DIE FEUERWEHR AB
Der Minister für Kultur und Tourismus, Mehmet Nuri Ersoy, der am ersten Tag des Vorfalls gemeinsam mit anderen Ministern vor die Kameras trat und eine einminütige Erklärung abgab, sagte: "Das Hotel verfügt über ein von der Feuerwehr ausgestelltes Brandschutzzertifikat. Dies ist ohnehin eine Befugnis, die bei der Feuerwehr liegt. Regelmäßige Kontrollen und die Überprüfung der Eignung müssen ebenfalls von der Feuerwehr durchgeführt werden.
Bisher wurde uns von der Feuerwehr kein negativer Sachverhalt gemeldet. Der Ermittlungsprozess dauert an. Unser Beileid gilt uns allen. Ich wünsche den Hinterbliebenen der Verstorbenen viel Kraft", so seine Worte.
DAS MINISTERIUM HAT DIE LIZENZ ERTEILT
Es wird diskutiert, dass die Lizenz für das Grand Kartal Hotel, in dem 78 Menschen ihr Leben verloren und das nicht einmal über eine Feuertreppe verfügte, vom Ministerium erteilt wurde und die Stadtverwaltung von Bolu hier keine Inspektionsbefugnis hatte.
Während all diese Diskussionen andauern, bleibt unklar, warum Minister Ersoy, von dem Aufklärung erwartet wird, weiterhin schweigt.
RÜCKTRITTSFORDERUNGEN HALTEN AN
Nach der Brandkatastrophe wurden auch in der politischen Arena Stimmen laut. Der Vorsitzende der Gelecek-Partei, Ahmet Davutoğlu, forderte sowohl den Minister für Kultur und Tourismus, Mehmet Nuri Ersoy, als auch den Bürgermeister von Bolu, Tanju Özcan, zum Rücktritt auf und sagte: "Hätte sich der Bürgermeister von Bolu statt damit zu beschäftigen, schutzbedürftigen Flüchtlingen das Wasser abzustellen, mit der Einsatzkapazität der Feuerwehr in einer waldreichen Region wie Bolu befasst; und hätte der Minister für Kultur und Tourismus die Zeit, die er für die Rent-Gebiete an den Ägäis-Küsten aufwendet, die auch sein eigenes Unternehmen betreffen, in die Sanierung der touristischen Infrastruktur investiert, wären diese Leiden vielleicht vermeidbar gewesen. Wenn sie auch nur ein wenig Selbstachtung haben, sollten beide sofort zurücktreten."
TRANSPARENZ WIRD GEFORDERT
Nach diesem schmerzhaften Ereignis erwartet die Öffentlichkeit von den Behörden Transparenz und Rechenschaftspflicht. Es wird betont, dass eine umfassende Untersuchung zur Brandursache, zu Versäumnissen bei den Inspektionsprozessen und zur Identifizierung der Verantwortlichen durchgeführt werden muss. Darüber hinaus hat dieser tragische Vorfall erneut verdeutlicht, wie wichtig es ist, Sicherheitsinspektionen in Tourismuseinrichtungen sorgfältig durchzuführen und Inspektionsberichte transparent mit der Öffentlichkeit zu teilen.