'Wurde dem Bürger eine Falle gestellt?' Vorwürfe im Raum: Rückzieher bei während des Feiertags verhängten Radarstrafen

Die während des Kurban-Bayramı-Feiertags verhängten Radarstrafen und die Verwirrung um Geschwindigkeitsbegrenzungen sorgten für großen Unmut. Nach zahlreichen Beschwerden hat die Regierung nun gehandelt. Bürger, die zu Unrecht bestraft wurden, können nun per Antrag beim Friedensgericht eine Aufhebung der Strafen erwirken.

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'Wurde dem Bürger eine Falle gestellt?' Vorwürfe im Raum: Rückzieher bei während des Feiertags verhängten Radarstrafen

Die verstärkten Radarkontrollen und die hohen Bußgelder während des Opferfestes haben für erheblichen Unmut in der Bevölkerung gesorgt. Vorwürfe, dass ein Großteil der im Rahmen der „Verkehrssicherheit“ und „strengen Kontrollen“ verhängten Strafen aufgrund fehlerhafter Beschilderung und plötzlicher Geschwindigkeitsreduzierungen zustande kam, wurden auch in der Regierung thematisiert.

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Wie der Habertürk-Kolumnist Bülent Aydemir berichtet, hat das Innenministerium eine Kommission eingesetzt, um die Warnschilder zur Geschwindigkeitsreduzierung zu überprüfen. Bis zum Abschluss der Arbeiten der Kommission wurde zudem der neue Gesetzesentwurf zum Straßenverkehr, der auf der Tagesordnung der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) stand, zurückgezogen. In den Bewertungen wurde betont, dass sich die Bürger nicht über die Höhe der Strafen beschwerten, sondern über die Unlogik bei der Anwendung der Geschwindigkeitsbegrenzungen und das Fehlen ausreichender Warnhinweise.

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Die Hauptbeschwerdepunkte, die von Bürgern an das CİMER und soziale Medien herangetragen wurden, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Falsche Platzierung von Radarwarnschildern: Schilder, die 200-300 Meter vor einem mobilen Radargerät stehen sollten, werden unmittelbar davor platziert.

Plötzliche Geschwindigkeitsreduzierungen: In einem Bereich mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 110 km/h wird auf kurzer Strecke ein 50-km/h-Schild aufgestellt und unmittelbar danach ein Radar platziert.

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Anwendungen, die physikalischen Gesetzen widersprechen: An Stellen wie Fußgängerüberwegen oder vor Schulen werden niedrige Geschwindigkeitsbegrenzungen angewendet, bei denen Fahrzeuge nicht abrupt bremsen können.

Fallen-Wahrnehmung: Vorwürfe, dass Radarstandorte zur Einnahmengenerierung festgelegt werden, und die öffentliche Wahrnehmung, dass dem Bürger eine „Falle gestellt“ wurde.

Überhöhte Bußgelder: Die Strafen, die je nach Ausmaß der Geschwindigkeitsüberschreitung verhängt werden, führen zu wirtschaftlicher Belastung.

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ZIEL 55 MILLIARDEN, IN 4 MONATEN 54 MILLIARDEN AN STRAFEN VERHÄNGT

Der Vorsitzende der Gelecek-Partei, Ahmet Davutoğlu, äußerte sich in seiner Rede vor der TBMM ebenfalls zu den Radarstrafen. Davutoğlu erklärte, dass das Ziel für Verkehrsstrafen im Jahr 2023 bei 21 Milliarden TL lag, während 43 Milliarden TL eingenommen wurden, und das Ziel für 2024 bei 55 Milliarden TL liege. Er betonte, dass in den ersten vier Monaten des Jahres bereits Strafen in Höhe von 54 Milliarden TL verhängt wurden, und argumentierte, dass Radarkontrollen zu einem Instrument des Staates geworden seien, um „Strafgeldeinnahmen zu erhöhen“.

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Die Regierung hat nach den zahlreichen Beschwerden beschlossen, bei Radarstrafen ein neues Vorgehen zu wählen. Demnach ist eine pauschale Stornierung ungerechtfertigter Strafen nicht möglich, jedoch können Bürger im laufenden Prozess individuell Einspruch erheben. Ein Fahrer, der eine Strafe erhalten hat und diese für ungerechtfertigt hält, kann beim zuständigen Friedensgericht einen Antrag stellen. Das Gericht prüft den Antrag und kann bei Zustimmung die Stornierung der Strafe anordnen. Die Gerichte haben in jüngster Zeit bei eingegangenen Anträgen vermehrt Stornierungen beschlossen.

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AKTUELLE BETRÄGE BEI RADARSTRAFEN

Die aktuellen Beträge für Verkehrsstrafen im Jahr 2025 sind wie folgt:

Bei Überschreitung der Geschwindigkeitsbegrenzung um 10-30 %: 2.167 TL

Bei Überschreitung der Geschwindigkeitsbegrenzung um 30-50 %: 4.512 TL

Bei Überschreitung der Geschwindigkeitsbegrenzung um mehr als 50 %: 9.267 TL

Neben diesen Strafen sammeln sich bei wiederholten Geschwindigkeitsverstößen Strafpunkte an, und Fahrern, die 100 Punkte erreichen, kann der Führerschein vorübergehend entzogen werden.

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Nach Zustellung des Bußgeldbescheids muss innerhalb von 15 Tagen Einspruch beim Friedensgericht eingelegt werden. Anträge, die nach Ablauf dieser Frist eingehen, werden nicht bearbeitet. Bürger können in ihren Anträgen Fotos und Dokumente anfordern, um ihre Behauptung zu stützen, dass das Gerät eine fehlerhafte Messung durchgeführt hat.

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WAS WAR PASSIERT?

Das Innenministerium startete vom 30. Mai bis zum 11. Juni ein 13-tägiges Projekt mit dem Motto „Möge das Ende des Weges ein Fest sein“, um die Verkehrssicherheit auf ein Höchstmaß zu bringen. In der gesamten Türkei wurden sowohl auf Überlandstraßen als auch innerhalb der Städte Verkehrskontrollen mit 68.829 Polizei- und Gendarmeriebeamten eingeleitet. Neben Alkoholkontrollen wurden mit 1.485 mobilen Radargeräten Tag und Nacht Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Mit Drohnen und Hubschraubern wurden 6.339 Stunden lang Kontrollen aus der Luft durchgeführt. In Fernbussen wurden Kontrollen mit 3.000 verdeckten Passagieren durchgeführt. Während der 5-tägigen Feiertage zum Opferfest wurden 500.704 Fahrzeuge persönlich kontrolliert. Durchschnittlich 15.153 Fahrzeuge pro Tag wurden wegen überhöhter Geschwindigkeit mit Strafen belegt, davon 2.688 auf Autobahnen und 12.465 auf anderen Straßen.