Gasmasken, Gewehre, Pfefferspray... Neue Beschaffungswelle der EGM
Nach der Inhaftierung des Bürgermeisters von Istanbul und Präsidentschaftskandidaten Ekrem İmamoğlu füllt die Generaldirektion für Sicherheit (EGM) ihre Bestände auf, um die landesweit wachsenden Proteste niederzuschlagen. Das Innenministerium wird diesmal Hunderttausende neue Pfeffersprays und Gasgranaten beschaffen. Die Ausschreibungen sind geheim; Unternehmen und Kosten werden nicht offengelegt.
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Nach der Inhaftierung des Bürgermeisters von Istanbul und Präsidentschaftskandidaten Ekrem İmamoğlu und den daraufhin landesweit in der Türkei zunehmenden Protesten hat die Generaldirektion für Sicherheit (EGM) Schritte zur Beschaffung von Hunderttausenden Pfeffersprays und Gasgranaten eingeleitet. Wie İsmail Arı von BirGün berichtet, hat die dem Innenministerium unterstellte EGM in den letzten Monaten bereits 100.000 Gasgranaten und 10.000 Pfeffersprays erworben; in den kommenden Tagen sollen weitere 110.000 Pfeffersprays, 50.000 Gasbomben und 13.000 Gasmasken hinzukommen.
Da diese Ausschreibungen unter den Bereich Verteidigung fallen und somit nicht dem Vergabegesetz unterliegen, wird der Öffentlichkeit nicht mitgeteilt, an welche Unternehmen die Aufträge vergeben wurden und wie hoch die Kosten sind. Unterdessen erklärte die Türkische Ärztevereinigung (TTB), dass Pfefferspray aufgrund seiner gesundheitsschädlichen Wirkung als „chemische Waffe“ eingestuft und vollständig verboten werden müsse.
Die von der EGM angekündigten Beschaffungen von Pfefferspray, Masken und Gewehren im Detail:
•26. Mai: 50.000 Stück rauchentwickelnde und handgeworfene Gasgranaten
•29. Mai: 13.000 Gasmasken
•29. Mai: 50.000 Gasfilter
•18. Juni: 100 Vierfach-Gasgewehre
•23. Juni: 110.000 Pfeffersprays
Da Ausschreibungen, die Bereiche der Verteidigung, Sicherheit oder Nachrichtendienste betreffen oder unter Geheimhaltung durchgeführt werden müssen, nicht dem Vergabegesetz unterliegen, werden die Ergebnisse dieser Ausschreibungen nicht veröffentlicht. Das bedeutet, dass geheim gehalten wird, an welches Unternehmen die Aufträge vergeben wurden, wie viele Millionen Lira dafür gezahlt wurden und von wem das Pfefferspray bezogen wird.
‘PFEFFERSPRAY IST EINE CHEMISCHE WAFFE’
Unterdessen erklärte die Türkische Ärztevereinigung (TTB) in einer Stellungnahme vom 21. März, dass Pfefferspray als chemische Waffe anerkannt und verboten werden müsse. In der Erklärung der TTB hieß es: „Die Gewaltanwendung und der Einsatz von chemischen Gasen gegen Bürger, die ihr verfassungsmäßiges Recht auf Versammlungs-, Demonstrations- und Protestfreiheit ausüben, sind inakzeptabel. Tränengase, von denen wir aufgrund wissenschaftlicher Belege vorhersagen, dass sie sowohl für die Gesellschaft als auch für die individuelle Gesundheit schwerwiegende Folgen haben können, müssen als chemische Waffen eingestuft und ihr Einsatz muss unverzüglich verboten werden.“