Gefälschte Identitäten vom MIT bis zur NATO: Anklageschrift gegen die „Frau mit den tausend Gesichtern“ Şerife erstellt
Gegen Şerife Yılmaz, bekannt unter dem Spitznamen „Frau mit den tausend Gesichtern“, wurde eine Anklageschrift erstellt, in der ihr Betrug unter Verwendung gefälschter offizieller Ausweise vorgeworfen wird. Ihr drohen bis zu 10 Jahre Haft. Es wurde festgestellt, dass die Verdächtige zahlreiche Personen mit gefälschten Medaillenurkunden und Dokumenten getäuscht hat.
12punto
Die Staatsanwaltschaft hat eine Anklageschrift gegen Şerife Yılmaz erstellt, der vorgeworfen wird, sich in Ankara mit verschiedenen gefälschten Identitäten als hochrangige Beamtin wichtiger staatlicher Institutionen ausgegeben und zahlreiche Personen geschädigt zu haben. In den Unterlagen finden sich Beschwerden, wonach Yılmaz Menschen betrogen habe, indem sie behauptete, mal Mitglied des Nationalen Nachrichtendienstes (MİT), mal Diplomatin und manchmal Vertreterin der NATO oder der Vereinten Nationen (UN) zu sein.
Im Rahmen der Ermittlungen wurde festgestellt, dass Yılmaz gefälschte offizielle Dokumente erstellte und mit den Opfern meist an öffentlichen Orten, insbesondere in einem Café in Ankara, Kontakt aufnahm. Es wurde berichtet, dass die Verdächtige sich gegenüber einem der Opfer, Ö.G., als Diplomatin ausgab und behauptete, ein Verfahren im Verteidigungsministerium (MSB) beschleunigen zu können. In der Anklageschrift heißt es, dass unter dem Vorwand der Verfahrensbeschleunigung bei zwei verschiedenen Gelegenheiten hohe Geldbeträge entgegengenommen wurden, die Verfahren jedoch niemals stattfanden.
Ö.G. berichtete, dass er nach dem Vorfall eigene Nachforschungen angestellt und erfahren habe, dass Şerife Yılmaz viele weitere Personen auf ähnliche Weise betrogen habe, indem sie behauptete, MİT-Mitglied oder hochrangige Staatsbeamtin zu sein. Als er sein Geld zurückforderte, habe Yılmaz versucht, ihn mit einschüchternden Äußerungen zu bedrohen, so das Opfer. „Ich habe mein Geld bis heute nicht von ihr zurückerhalten“, sagte er.
Yılmaz behauptete in ihrer Aussage bei der Staatsanwaltschaft hingegen, die Opfer zu kennen, das Geld als Darlehen erhalten zu haben, dafür keine Versprechungen gemacht zu haben und sich niemals als Beamtin oder Diplomatin ausgegeben zu haben.
Bei der Untersuchung des beschlagnahmten Telefons und der digitalen Materialien der Verdächtigen wurden eine auf den Namen Şerife Yılmaz ausgestellte gefälschte „Verdienstmedaillen-Urkunde der Republik Türkei“ sowie gefälschte Grundbuchdokumente gefunden. Zudem kamen WhatsApp-Nachrichten ans Licht, in denen sich Yılmaz als voll bevollmächtigte Diplomatin für MİT-, UN-, NATO- und EU-Angelegenheiten präsentierte.
Die Behörden stellten fest, dass bereits in der Vergangenheit ähnliche Beschwerden über Yılmaz in den UYAP-Registern verzeichnet waren und sie ihre Betrugsmethode systematisch anwandte. In der Bewertung der Akte wurde betont, dass die Beweise trotz des Leugnens der Verdächtigen ausreichen, um die Tatbegehung zu belegen.
In der Anklageschrift wird für Şerife Yılmaz wegen „qualifizierten Betrugs“ eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren gefordert. Das Gerichtsverfahren wird in den kommenden Tagen beginnen.