Geldstrafe in 4 Raten für Belästigung: 'Ich bin sehr überrascht'
Im Bezirk Kozan in Adana wurde ein Schulleiter, der beschuldigt wurde, eine an der Schule arbeitende Frau per Nachricht belästigt zu haben, zu einer Geldstrafe von 2.240 Lira verurteilt, die zudem in vier Raten gezahlt werden kann. Die betroffene junge Frau reagierte empört auf das Urteil und erklärte, er hätte eine härtere Strafe erhalten müssen.
İHA
Die dreifache Mutter K.E. (37) erstattete am 25. Oktober 2023 Anzeige, nachdem sie nach eigenen Angaben von dem Schulleiter İrfan S. per Nachricht belästigt worden war.
Aufgrund der Anzeige wurde ein Ermittlungsverfahren gegen den Schulleiter eingeleitet, er blieb jedoch während des Prozesses auf freiem Fuß.
Der Schulleiter musste sich vor dem 2. Strafgericht erster Instanz wegen des Vorwurfs der "Belästigung per Nachricht" verantworten.
Es wurde daran erinnert, dass der Schulleiter İrfan S. der jungen Frau Nachrichten wie "Zeig nicht, dass du einsam bist, ich bin auch einsam, ich komme vorbei" geschrieben und unter ein Foto, das sie mit ihrem Ehemann in den sozialen Medien geteilt hatte, den Kommentar "Ich ertrage es nicht, dich mit deinem Mann zu sehen" hinterlassen hatte.
Da die Belästigung unter Verwendung von Kommunikationsmitteln erfolgte, verurteilte das Gericht den Angeklagten zunächst zu einer Geldstrafe von 135 Tagen. Aufgrund seiner bisherigen Straffreiheit wurde die Strafe auf 112 Tage reduziert, was bei einem Tagessatz von 20 Lira einer Gesamtsumme von 2.240 Lira entspricht, die in vier Raten gezahlt werden kann.
"HÄTTE JEMAND NOCH MEHR LEIDEN MÜSSEN?"
K.E. reagierte empört auf das milde Urteil: "Der Prozess war für mich sehr belastend. Er hat eine Geldstrafe von 112 Tagen erhalten. Ich war sehr überrascht, dass sie in Raten gezahlt werden kann. Es hätte eine Haftstrafe sein können.
Es hätte eine Haftstrafe ohne Ratenzahlung sein müssen. Ich habe den Rechtsweg beschritten, weil ich an meine Gerechtigkeit glaube.
Ich hätte mir eine härtere Strafe gewünscht. Ein Jahr lang haben meine Familie und ich gelitten. Hätte jemand noch mehr leiden müssen, damit er eine härtere Strafe bekommt?
Mein Mann und meine Familie haben mich unterstützt, aber das Thema wurde ein Jahr lang ständig diskutiert, und es war eine psychisch sehr anstrengende und traurige Zeit. Ein Pädagoge sollte sich nicht so verhalten.
Alle Menschen vertrauen diesem Pädagogen ihre Kinder an. Er hatte schon früher viele Gerichtsverfahren, konnte sich aber irgendwie immer wieder reinwaschen", sagte sie.