Gemeinsame Erklärung der Anwälte nach Entlassung der Leutnants: 'Das wird in die Geschichte eingehen'

Die Anwälte der entlassenen Leutnants haben eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es: 'Unser juristischer Kampf gegen diese ungerechte Entscheidung, die im Gewissen bereits verurteilt ist, wird ohne Zögern fortgesetzt.'

12punto

Müyesser Yıldız / 12punto

Fünf der Leutnants, die nach der Abschlussfeier die Säbel kreuzten und 'Wir sind die Soldaten Mustafa Kemals' riefen, wurden mit einer soeben bekannt gegebenen Entscheidung offiziell aus den türkischen Streitkräften (TSK) entlassen. Das Verteidigungsministerium (MSB) teilte mit: 'Gegen fünf Leutnants wurde die Strafe der Entlassung aus den türkischen Streitkräften verhängt.'

Die Anwälte der entlassenen Leutnants veröffentlichten nach der Entscheidung eine gemeinsame Stellungnahme.

'DIES WIRD ALS PROZESS GEGEN DIE 'SOLDATEN MUSTAFA KEMALS' IN DIE GESCHICHTE EINGEHEN'

In der Erklärung heißt es:

'Dass unsere fünf Mandanten, die aus Hunderten von Leutnants ausgewählt und einem Disziplinarverfahren unterzogen wurden – jene, die nach der Abschlusszeremonie der Militärakademie während der traditionellen Säbelzeremonie im Rahmen der ebenfalls traditionellen Hymnen und Sinnsprüche 'Wir sind die Soldaten Mustafa Kemals' riefen, den Offizierseid ablegten und ihre Loyalität zur Republik Türkei sowie ihre Bereitschaft bekundeten, ihr Leben gegen Bedrohungen des türkischen Vaterlandes freudig zu geben –, mit der Strafe der Entlassung aus den TSK belegt wurden, wurde der Öffentlichkeit in einer Pressemitteilung mit einer Haltung, die den staatlichen Traditionen widerspricht, und mit großer Unseriosität bekannt gegeben, noch bevor die Betroffenen offiziell benachrichtigt wurden.

Es besteht kein Zweifel, dass dieser Prozess in die Geschichte eingehen wird – nicht als ein Verfahren wegen Ungehorsams, sondern, wie es der Realität entspricht, als ein Prozess gegen die 'Soldaten Mustafa Kemals'.

Diese gegen die Wahrheit und das Recht verstoßende Strafentscheidung, die unter dem Druck von Kreisen auf Politik und Bürokratie zustande kam, die den Abschluss von Atatürk-treuen Offizieren an der Militärakademie nicht akzeptieren können und den Werten der Republik feindlich gegenüberstehen, ist bereits jetzt im Gewissen der türkischen Nation verurteilt.

Den Dienstgrad unserer strahlenden, jungen und würdevollen Leutnants hat man ihnen vorerst entzogen, doch das Abzeichen der Militärakademie bleibt in ihren Herzen und ihre Sterne im Herzen der türkischen Nation bestehen. Wir haben unendliches Vertrauen darauf, dass die Gerichte, die nur im Namen der türkischen Nation handeln werden, sich dieser Rechtswidrigkeit entgegenstellen werden.'