Geständnis im IBB-Prozess: Inhaftierter Murat Kapki belastet AKP! 'Habe sie kostenlos genutzt'
Der im IBB-Prozess inhaftierte Werbefachmann Murat Kapki erklärte vor Gericht, dass er seine Werbeflächen während der Wahlen 2018, 2019 und 2024 kostenlos für die Kampagnen der AKP und ihrer Kandidaten zur Verfügung gestellt habe. Zudem widerrief Kapki seine früheren Aussagen, die er im Rahmen der Kronzeugenregelung gemacht hatte.
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Im Prozess gegen die Stadtverwaltung Istanbul (IBB) hat der Werbefachmann Murat Kapki erklärt, dass er seine früheren Aussagen, die er im Rahmen der Kronzeugenregelung gemacht hatte, widerrufe. In seiner Verteidigung sagte Kapki: „Ich wurde durch die Anweisungen der Staatsanwälte zum Kronzeugen. Ich ziehe meine früheren Aussagen, die ich im Rahmen der Kronzeugenregelung gemacht habe, zurück.“
Der 74. Verhandlungstag des Prozesses, in dem unter anderem IBB-Bürgermeister Ekrem İmamoğlu angeklagt ist und der insgesamt 414 Angeklagte umfasst, von denen 53 inhaftiert sind, fand im neuen Gerichtssaal des Marmara-Gefängnisses in Silivri statt.
Als Erster äußerte sich der ehemalige Generaldirektor der Kültür AŞ, Serdal Taşkın, zu seiner Verteidigung. Taşkın erklärte, dass die Methoden, die Gegenstand der gegen ihn erhobenen Vorwürfe bezüglich öffentlicher Ausschreibungen seien, bereits seit 2014 angewandt würden und bei den Prüfungen des Rechnungshofs keine Unregelmäßigkeiten festgestellt worden seien. Er reagierte auch auf die Aussagen der geständigen Mitangeklagten und wies darauf hin, dass er zu einigen der Zeitpunkte, die Gegenstand der Vorwürfe sind, gar nicht bei der Kültür AŞ tätig gewesen sei.
Anschließend ergriff Murat Kapki das Wort und äußerte sich zu dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Wie aus einem Bericht von Cumhuriyet hervorgeht, argumentierte Kapki, dass eines der Ziele der ihm unterstellten Organisation darin bestanden haben soll, Ekrem İmamoğlu zum Wahlsieg zu verhelfen; er habe jedoch seine Werbeflächen während der Wahlen 2018, 2019 und 2024 kostenlos für die Kampagnen der AKP und ihrer Kandidaten zur Verfügung gestellt.
Kapki verwies auch auf die nach den Wahlen 2019 in Istanbul aufgehängten Plakate mit der Aufschrift „Danke Istanbul“ und sagte: „Was für ein Mitglied einer Organisation soll ich sein, wenn ich gegen Ekrem İmamoğlu kämpfe? Nach der verlorenen Wahl 2019 wurden Plakate mit der Aufschrift ‚Danke Istanbul‘ aufgehängt. Das waren meine Werbetafeln. Ich bin auch kein CHP-Anhänger. Die AKP-Funktionäre wissen das am besten.“
Kapki berichtete zudem, dass er nach der Wahl in die AKP-Provinzzentrale in Istanbul eingeladen worden sei, wo man ihm gesagt habe: „Wie können wir dir helfen? Du hast uns sehr geholfen.“