Google-Geständnis zu den Erdbeben vom 6. Februar: „Warnsystem hat nicht funktioniert“

Am Morgen des 6. Februar 2023 sah sich die Türkei mit einer der verheerendsten Katastrophen ihrer Geschichte konfrontiert. Während zwei schwere Erdbeben mit Epizentrum in Kahramanmaraş zahlreiche Provinzen verwüsteten, verloren zehntausende Menschen ihr Leben, hunderttausende wurden unter den Trümmern begraben. Google hat nun eingeräumt, dass das Erdbeben-Frühwarnsystem trotz Aktivierung die kritische Alarmmeldung, die Millionen hätte erreichen sollen, nicht übermittelt hat. Das System war eingeschaltet, löste jedoch nicht aus.

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Google hat erstmals offen eingeräumt, dass das Frühwarnsystem während der Erdbeben mit Epizentrum in Kahramanmaraş, die die Türkei am 6. Februar 2023 tief erschütterten, nicht wie erwartet funktioniert hat. Das Unternehmen gab zu, dass das System, das Millionen von Menschen hätte warnen sollen, in den kritischen Minuten nicht aktiv wurde.

NUR 469 PERSONEN ERHIELTEN EINE WARNUNG

Laut der Erklärung von Google hätten zum Zeitpunkt des Erdbebens etwa 10 Millionen Menschen, die in Gebieten etwa 158 Kilometer vom Epizentrum entfernt lebten, etwa 35 Sekunden vor Beginn der Erschütterungen eine Warnung auf höchster Stufe erhalten können. Dieses Potenzial wurde jedoch bei weitem nicht ausgeschöpft. Lediglich 469 Personen erhielten eine ernsthafte Warnung der Stufe „Handeln“. Darüber hinaus wurden etwa 500.000 Personen lediglich Benachrichtigungen über „leichte Erschütterungen“ gesendet; diese Warnungen wurden als Nachrichten mit niedriger Priorität eingestuft, die kein ernsthaftes Risiko darstellten.

ERDBEBENSTÄRKE FALSCH EINGESCHÄTZT

Das System, das auf Geräten mit dem Betriebssystem Android läuft, war am Tag des Erdbebens in der Türkei aktiv. Obwohl mehr als 70 Prozent der Telefonnutzer in der Türkei Android-Geräte besitzen, stufte das System die Stärke des Erdbebens als leichter ein als tatsächlich geschehen und versendete daher nur Benachrichtigungen auf niedrigem Niveau.

GOOGLE RUDERT ZURÜCK

Google hatte in früheren Erklärungen noch verteidigt, dass das System seine Funktion erfüllt habe. In einer jüngsten Stellungnahme gegenüber der BBC erklärte das Unternehmen jedoch, dass aus dieser großen Katastrophe Lehren gezogen wurden. Ein Unternehmenssprecher sagte: „Wir verbessern das System mit den Erkenntnissen, die wir nach jedem Erdbeben gewinnen.“

Bei den beiden schweren Erdbeben am 6. Februar 2023 kamen mehr als 55.000 Menschen ums Leben, über 100.000 wurden verletzt. Da sich die Erdbeben in den Nachtstunden ereigneten, wurden viele Menschen im Schlaf überrascht und unter den Trümmern einstürzender Gebäude begraben.