Große Krise auf dem türkischen Arbeitsmarkt

Während sich die strukturelle Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt vertieft, klafft die Schere zwischen offiziellen Zahlen und der Realität am Markt so weit auseinander wie nie zuvor; die weit gefasste Arbeitslosigkeit erreichte mit 31,5 Prozent einen historischen Rekordwert.

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Die Arbeitsmarktindikatoren des Türkischen Statistikinstituts (TÜİK) für den Zeitraum März 2026 haben das Ausmaß der strukturellen Verschlechterung auf dem Beschäftigungsmarkt auf eindrucksvolle Weise offengelegt. Während die Standarddaten zur Arbeitslosigkeit einen relativ stabilen Verlauf zeigen, kletterte die Quote der Unterbeschäftigung, auch bekannt als "weit gefasste Arbeitslosigkeit", auf 31,5 Prozent und erreichte damit einen ihrer historisch höchsten Werte. Dieses Bild zeigt, dass die Schere zwischen den offiziellen Arbeitslosenzahlen und dem wirklichen Leben immer weiter auseinandergeht und ein erheblicher Teil der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter außerhalb des Produktionsprozesses bleibt. Dass diese Quote, die im März 2024 noch bei 24,2 Prozent lag, innerhalb von zwei Jahren einen stetigen Anstieg verzeichnete und die 30-Prozent-Marke überschritt, beweist den Druck der wirtschaftlichen Stagnation auf die Arbeitskräfte.

MUSTAFA SÖNMEZ: 11 MILLIONEN MENSCHEN BLEIBEN AUSSERHALB DES PRODUKTIONSPROZESSES

Der Ökonom Mustafa Sönmez, der auf die sozialen Kosten hinter diesen Daten aufmerksam machte, bezeichnete diese Situation als das grundlegendste strukturelle Problem der Türkei. In seiner Analyse über soziale Medien betonte Sönmez, dass Millionen Menschen, die die Hoffnung auf eine Arbeitsstelle verloren haben, sich stillschweigend in ihre Häuser zurückziehen. Sönmez erklärte, dass zwar offiziell 2,8 Millionen Menschen als Arbeitssuchende registriert seien, die Zahl derjenigen, die zwar arbeitsfähig wären, aber die Suche aufgegeben hätten, jedoch 8 Millionen erreicht habe. Er unterstrich, dass die insgesamt rund 11 Millionen unterbeschäftigten Personen eher auf eine tiefe soziale Krise als auf eine bloße Wirtschaftsstatistik hindeuteten. Dem Experten zufolge zeigt die Tatsache, dass die weit gefasste Arbeitslosigkeit trotz einer offiziellen Arbeitslosenquote von 8,1 Prozent so hoch ist, dass das Vertrauen in den Arbeitsmarkt erschüttert ist und die Gruppe der "entmutigten Arbeitslosen" stetig wächst.

Diese Diskrepanz lässt nicht nur die Fähigkeit der türkischen Wirtschaft zur Schaffung neuer Arbeitsplätze ernsthaft in Frage stellen, sondern auch ihre Kompetenz, die vorhandenen Arbeitskräfte im Markt zu halten. Diese riesige Masse von 11 Millionen Menschen führt sowohl zu einer ineffizienten Nutzung des Produktionspotenzials als auch dazu, dass sie als konkretester Indikator für die strukturelle Blockade in der Wirtschaft aktuell bleibt.