Gründungsmitglied der AKP äußert sich zum 15. Juli: 'Es gibt Fragen, die beantwortet werden müssen'

Der ehemalige Bildungsminister und AKP-Gründungsmitglied Hüseyin Çelik sorgte mit seinen bemerkenswerten Einschätzungen zum 15. Juli und zur Zukunft der Partei für Aufsehen. Çelik betonte, dass der 15. Juli für ihn noch immer ein unvollendetes Thema sei, und äußerte sich zur Zukunft der AKP nach Erdoğan.

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Im Gespräch mit der Journalistin Şule Aydın auf dem YouTube-Kanal Onlar TV erklärte Hüseyin Çelik, dass die Zukunft der AKP nach Präsident Recep Tayyip Erdoğan ungewiss sei. Unter Verweis auf Beispiele aus früheren Perioden unterstrich Çelik, dass Parteien nach dem Abgang charismatischer Führungspersönlichkeiten in der Regel an Macht verlieren. „Nach Demirel verlor die DYP und nach Özal die Mutterlandspartei (Anavatan Partisi) ihre Nachhaltigkeit. Nach Erdoğan könnte die AKP ein ähnliches Schicksal ereilen“, sagte er.

Çelik merkte an, dass die AKP zwar nicht von heute auf morgen verschwinden werde, ihre Wirksamkeit jedoch im Laufe der Zeit abnehmen könne.

"DIE AKP IST DIE PARTEI, DIE SICH AM STÄRKSTEN MIT IHREM FÜHRER IDENTIFIZIERT"

Hüseyin Çelik wies darauf hin, dass die AKP stark mit Präsident Erdoğan identifiziert werde, und äußerte: „Keine Partei hat sich so sehr mit ihrem Anführer identifiziert wie die AKP. Egal, welche Person – ob A, B, C oder D – man nach Herrn Erdoğan an die Spitze der AKP setzt, es wird nicht funktionieren.“

Mit dieser Einschätzung betonte er, dass die derzeitige Stärke der Partei maßgeblich von Erdoğans Person abhänge. Çelik zufolge wird es sehr schwierig sein, denselben Einfluss aufrechtzuerhalten, selbst wenn andere Namen die Parteiführung übernehmen sollten.

FRAGEN ZUM 15. JULI UND ÇELIKS REAKTION

Auf die Frage der Journalistin Şule Aydın, ob der 15. Juli als Gründungsmitglied der Partei für ihn ein abgeschlossenes Kapitel sei, bei dem alle Fragen beantwortet wurden, antwortete Hüseyin Çelik, dass das Thema für ihn keineswegs abgeschlossen sei und es weiterhin wichtige Fragezeichen gebe.

Çelik gab folgende Erklärung ab:

„Natürlich nicht. Die beiden wichtigsten Akteure in dieser Angelegenheit waren der damalige Generalstabschef, Herr Hulusi Akar, und der damalige MİT-Chef, Herr Hakan Fidan. Warum sind diese Personen nicht gekommen und haben ausgesagt? Zum Beispiel: Um 10 Uhr morgens geht ein Major zum MİT und erstattet Meldung. Danach geht der MİT-Unterstaatssekretär zu Herrn Hulusi Akar. Warum haben Sie diesen Putsch nicht verhindert, obwohl Sie ihn bis zu diesem Zeitpunkt hätten verhindern können?“

Çelik argumentierte, dass der Prozess nicht vollständig aufgeklärt worden sei und bestimmte Personen Erklärungen abgeben müssten.

„ES GIBT FRAGEN, DIE BEANTWORTET WERDEN MÜSSEN“

Der ehemalige Minister behauptete, dass der damalige Generalstabschef Hulusi Akar und der damalige MİT-Chef Hakan Fidan der Öffentlichkeit nicht genügend Informationen zum Prozess rund um den 15. Juli geliefert hätten. Çelik erklärte, dass der Vorfall in all seinen Dimensionen ans Licht gebracht werden müsse, da andernfalls ähnliche Diskussionen fortbestehen würden.