Ermittlungen im Fall Gülistan Doku: Ehemaliger Chefarzt Çağdaş Özdemir nach Löschung von Aufzeichnungen vor Gericht

Im Rahmen der Ermittlungen zum Fall Gülistan Doku wurde der ehemalige Chefarzt Çağdaş Özdemir, der wegen des Verdachts auf Löschung von Krankenhausaufzeichnungen festgenommen wurde, dem Gericht überstellt. Die Zeugenaussage des damaligen Gouverneurs Tuncay Sonel wird derweil in Erzurum aufgenommen.

12punto

Im Rahmen der Ermittlungen zum Fall Gülistan Doku wurden die polizeilichen Maßnahmen gegen den ehemaligen Chefarzt des staatlichen Krankenhauses Tunceli, Çağdaş Özdemir, der in Bursa wegen des Verdachts auf Löschung von Krankenhausaufzeichnungen festgenommen worden war, abgeschlossen.

Özdemir wurde nach einer medizinischen Untersuchung unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zum Justizgebäude von Tunceli gebracht.

Wie bekannt wurde, dauern die Befragungen des damaligen Gouverneurs von Tunceli, Tuncay Sonel, der ebenfalls zu den im Rahmen der Ermittlungen festgenommenen Personen zählt, bei der Polizeidirektion Erzurum an.

STAATSANWALTSCHAFT: AUFZEICHNUNGEN „DEFINITIV GELÖSCHT“

Im Zuge der Ermittlungen wurde festgestellt, dass Krankenhausdaten von Gülistan Doku aus dem System gelöscht wurden. Die Staatsanwaltschaft vermerkte diesen Umstand in der Akte mit dem Hinweis „definitiv gelöscht“.

Es wurde festgestellt, dass sich unter den gelöschten Daten Einträge wie „Schwangerschaft, Plan, Herzschlag“ befanden. Die Generalstaatsanwaltschaft prüft nun, ob diese Aufzeichnungen mit einer möglichen Schwangerschaft von Doku in Verbindung stehen.

Das Gesundheitsministerium hat im Zusammenhang mit dem Vorfall einen Inspektor beauftragt.

UMFASSENDE ERMITTLUNGEN NACH VERMISSTENMELDUNG

Nachdem seit dem 5. Januar 2020 kein Kontakt mehr zu der Studentin der Munzur-Universität, Gülistan Doku, hergestellt werden konnte, erstattete ihre Familie am 6. Januar eine Vermisstenanzeige. Die eingeleiteten Suchaktionen blieben ergebnislos.

Im Rahmen der Ermittlungen wurden gegen 15 Verdächtige Verfahren wegen Vorwürfen wie „vorsätzliche Tötung“, „sexueller Übergriff“, „Vernichtung von Beweismitteln“, „Eindringen in ein IT-System und Löschen von Daten“, „Freiheitsberaubung“ und ähnlicher Delikte eingeleitet.

Während 10 der Verdächtigen inhaftiert wurden, wurden gegen einige Personen Maßnahmen zur gerichtlichen Kontrolle verhängt.

JANDARMA-BERICHT: BEGRABENE LEICHE KÖNNTE SPÄTER GEBORGEN WORDEN SEIN

Laut der Aussage eines anonymen Zeugen in der Akte wurde behauptet, dass Gülistan Doku ermordet und ihre Leiche in einem Gebiet im Bezirk Pertek vergraben worden sei.

In einem Bericht der Jandarma (Gendarmerie) zu einer daraufhin durchgeführten Bodenuntersuchung heißt es:

„Es wurde festgestellt, dass an der betreffenden Stelle zuvor Grabungen durchgeführt wurden, eine Person begraben und innerhalb von etwa 1-2 Jahren wieder exhumiert wurde. Es wird bewertet, dass neben der Leiche möglicherweise auch ein rucksackähnlicher Gegenstand sowie eine Waffe vergraben wurden und die im Hohlraum entstandene Oxidation darauf zurückzuführen ist.“

Unterdessen wurde berichtet, dass die genannten Verdächtigen Mustafa Türkay Sonel und Şükrü Eroğlu in ihren Aussagen die Vorwürfe zurückwiesen und behaupteten, Gülistan Doku nicht zu kennen.