Gynäkologe löste durch Medikamentengabe Frühgeburten aus: Tausende Frauen geschädigt
Gegen den Gynäkologen Dr. P.Ç., der in einem Privatkrankenhaus in Sancaktepe, Istanbul, tätig war, wurden schockierende Vorwürfe erhoben. Demnach soll der Arzt bei einigen Patientinnen während der Untersuchung ohne deren Wissen vaginal Medikamente verabreicht und so Frühgeburten herbeigeführt haben. Die Gesundheitsdirektion der Provinz Istanbul des Gesundheitsministeriums hat nach eingegangenen Beschwerden eine umfassende Untersuchung im Krankenhaus eingeleitet.
İHA
In einer im September 2025 bei der Gesundheitsdirektion der Provinz Istanbul eingereichten Beschwerde wurde behauptet, dass zwischen 2015 und 2025 im selben Krankenhaus etwa 8.000 Geburten stattgefunden hätten und ein erheblicher Teil davon in der 32., 34. und 36. Schwangerschaftswoche, also vor dem regulären Termin, erfolgt sei. Es wurde behauptet, dass Schwangerschaften, die unter normalen Bedingungen 40 Wochen dauern sollten, teilweise vorzeitig beendet wurden, was dazu führte, dass einige Babys auf die Intensivstation verlegt werden mussten und bleibende gesundheitliche Probleme erlitten.
MEDIKAMENTENEINSATZ OHNE WISSEN DER PATIENTINNEN
In den Beschwerden wurde insbesondere behauptet, dass einigen Patientinnen während der Untersuchung ohne ihr Wissen das Medikament "Cytotec" vaginal verabreicht wurde. Es wurde darauf hingewiesen, dass dieses Medikament, das Wehen einleiten und in kurzer Zeit zur Geburt führen kann, nur bei überfälligen Schwangerschaften oder nach der Geburt angewendet werden darf; bei Frühgeburten berge es hingegen ernsthafte Risiken sowohl für die Mutter als auch für das Kind.
MINISTERIUM WURDE TÄTIG
Nach der Anzeige im September 2025 begannen Teams der Gesundheitsdirektion der Provinz Istanbul des Gesundheitsministeriums mit der Prüfung der Patientenakten und medizinischen Unterlagen im Krankenhaus. Es wurde bekannt, dass gegen Dr. P.Ç. und das Krankenhaus ein Verwaltungsverfahren eingeleitet sowie Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet wurde.
GYNÄKOLOGISCHE ABTEILUNG AUF UNBESTIMMTE ZEIT GESCHLOSSEN
Nach den skandalösen Vorwürfen wurde mitgeteilt, dass die gynäkologische Poliklinik, die gynäkologische Station und der Kreißsaal des Krankenhauses auf unbestimmte Zeit geschlossen wurden. Beamte des Gesundheitsministeriums erklärten, dass die Untersuchungen im Krankenhaus andauern und begonnen wurde, die Aussagen des Personals aufzunehmen. Eine offizielle Stellungnahme zu dem Vorfall wird in den kommenden Tagen erwartet.