Haftbefehl gegen Fatih Tezcan: Weigerung, der Polizei eine Adresse zu nennen
Gegen Fatih Tezcan, der durch seine Äußerungen über Mustafa Kemal Atatürk und die Republik in die Schlagzeilen geraten war, wurde infolge der Zusammenlegung mehrerer Verfahren ein Haftbefehl erlassen. Es wurde bekannt, dass Tezcan sich im Ausland aufhält und sich weigerte, der Polizei eine Adresse mitzuteilen.
12punto
Im Zusammenhang mit Fatih Tezcan, gegen den aufgrund seiner beleidigenden Äußerungen über Mustafa Kemal Atatürk in verschiedenen Provinzen zahlreiche Strafanzeigen und über 500 Beschwerden vorliegen, gibt es eine neue Entwicklung. Nachdem die eingeleiteten Verfahren in einer einzigen Akte zusammengeführt wurden, ordnete das Gericht die Festnahme von Tezcan an.
Verschiedene Nichtregierungsorganisationen, allen voran der Verein für kemalistische Gedanken (ADD), sowie zahlreiche Bürger hatten auf Tezcans Äußerungen reagiert und Strafanzeige erstattet. Die von den Generalstaatsanwaltschaften in Bursa, Yalova, Lüleburgaz, Istanbul-Anadolu, Büyükçekmece und Istanbul eingeleiteten Verfahren wurden vor dem 3. Strafgericht erster Instanz in Büyükçekmece zusammengelegt. Dem Angeklagten werden "öffentliche Beleidigung des Andenkens an Atatürk", "öffentliche Herabwürdigung eines Teils der Bevölkerung" sowie "Aufstachelung der Bevölkerung zu Hass und Feindseligkeit" vorgeworfen.
Bei Durchsuchungen an den bekannten Adressen von Tezcan konnte dieser nicht angetroffen werden. Die Behörden nahmen über die im POLNET-System registrierte Mobilfunknummer Kontakt zu Tezcan auf. Tezcan gab jedoch an, sich im Ausland aufzuhalten, und weigerte sich, Informationen zu seinem Aufenthaltsort preiszugeben.
Tezcan, der bereits in der Vergangenheit aus ähnlichen Gründen in die Schlagzeilen geraten war, wurde im August 2022 wegen "Beleidigung Atatürks" inhaftiert und etwa ein Jahr später im Rahmen einer Bewährungsauflage aus der Haft entlassen.