Haftstrafe für Alkohol am Steuer steht bevor

Mit dem 4. Justizpaket, das der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) vorgelegt werden soll, werden die Strafen für Fahrer, die die Verkehrssicherheit gefährden, sowie für Personen, die mit Schusswaffen die öffentliche Ordnung stören, verschärft. Auch für die Nichtrückgabe von Mietfahrzeugen sind strengere Sanktionen vorgesehen.

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Die Vorbereitungen für das erste Justizpaket, das auf dem 4. Strategiedokument zur Justizreform basiert, stehen durch die Arbeit der AKP-Funktionäre kurz vor dem Abschluss. Der Entwurf, der von einer Delegation unter der Leitung des AKP-Fraktionsvorsitzenden Abdullah Güler finalisiert wurde, soll in den kommenden Tagen dem Präsidium der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) vorgelegt werden.

Das Paket, das zur Gewährleistung des gesellschaftlichen Friedens und zur effektiveren Bekämpfung von Straftaten erstellt wurde, sieht wichtige Änderungen im türkischen Strafgesetzbuch (TCK) vor.

HAFTSTRAFE FÜR FAHRTEN UNTER ALKOHOL- ODER DROGENEINFLUSS

Die neue Regelung führt strengere Sanktionen für Fahrer ein, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer sitzen. Diese Handlung, die bisher lediglich mit verwaltungsrechtlichen Maßnahmen geahndet wurde, kann nun auch ohne die Beteiligung an einem Verkehrsunfall mit einer Freiheitsstrafe bestraft werden.

Personen, die aufgrund von Alkohol- oder Drogeneinfluss oder aus ähnlichen Gründen nicht in der Lage sind, ein Fahrzeug sicher zu führen, drohen künftig Haftstrafen von 6 Monaten bis zu 2 Jahren. Dieser Artikel ebnet den Weg für die Bestrafung von Fahrern, die ein ernsthaftes Risiko für die Verkehrssicherheit darstellen.

BIS ZU 5 JAHRE HAFT FÜR SCHÜSSE IN WOHNGEBIETEN

Mit dem neuen Justizpaket werden auch harte Maßnahmen gegen das in der Bevölkerung als „Maganda-Schüsse“ bekannte willkürliche Abfeuern von Schusswaffen eingeführt.

Durch eine Änderung des Artikels 170 des TCK wird der Strafrahmen für Personen, die in Wohngebieten Schusswaffen abfeuern oder Sprengstoffe verwenden und damit die Sicherheit von Leib und Leben oder das psychische Wohlbefinden der Bevölkerung gefährden, angehoben: Die Untergrenze wird von 6 Monaten auf 1 Jahr und die Obergrenze von 3 auf 5 Jahre erhöht.

Darüber hinaus wird das Abfeuern von Schreckschusswaffen, die Gas- oder Knallpatronen verschießen können, unter Strafe gestellt. Somit können Personen, die bei öffentlichen Veranstaltungen wie Hochzeiten, Verlobungen oder Abschiedsfeiern für Soldaten in die Luft schießen, künftig mit einer Freiheitsstrafe von 1 bis 5 Jahren belegt werden.

Sollte diese Tat bei Hochzeiten, Verlobungen oder ähnlichen Veranstaltungen begangen werden, wird das Strafmaß um die Hälfte bis zum Doppelten erhöht.

STRENGE SANKTIONEN GEGEN MISSBRAUCH VON MIETFAHRZEUGEN

Das Justizpaket enthält auch eine neue Regelung gegen Probleme im Zusammenhang mit Mietfahrzeugen.

Durch eine Änderung des Artikels 155 des TCK wird der Tatbestand der „Untreue“ qualifiziert, wenn gemietete Kraftfahrzeuge, Wasser- oder Luftfahrzeuge nicht zurückgegeben, deren Teile ausgetauscht oder diese Fahrzeuge für Straftaten verwendet werden.

Das Strafmaß für Täter, die dieses Delikt begehen, wird um das Doppelte erhöht. Damit soll eine abschreckendere Strafpolitik insbesondere gegen Straftaten mit Mietfahrzeugen umgesetzt werden.

GESETZESENTWURF BALD IM PARLAMENT

Wie TRT berichtet, sind die Arbeiten am ersten Justizpaket weitgehend abgeschlossen. Der ausgearbeitete Entwurfstext wird in Kürze dem Parlamentspräsidium vorgelegt und in den Gesetzgebungsprozess eintreten.