Haftstrafe für ehemaligen Beşiktaş-Bürgermeister Murat Hazinedar gefordert

Im Prozess um Korruptions- und Erpressungsvorwürfe gegen die Stadtverwaltung Beşiktaş wurde das Plädoyer verlesen. Die Staatsanwaltschaft forderte für sieben Angeklagte, darunter den ehemaligen Beşiktaş-Bürgermeister Murat Hazinedar, jeweils bis zu vier Jahre und sechs Monate Haft wegen fortgesetzten Amtsmissbrauchs.

İHA

Im Rahmen der Ermittlungen gegen die Stadtverwaltung Beşiktaş wurde der Prozess gegen die Angeklagten, darunter der ehemalige Bürgermeister Murat Hazinedar, fortgesetzt. Bei der Verhandlung vor dem 31. Schwurgericht in Istanbul waren acht nicht inhaftierte Angeklagte sowie deren Anwälte anwesend.

In ihrem Plädoyer führte die Staatsanwaltschaft aus, dass Rıfat Örnek zeitweise als stellvertretender Bürgermeister für Bauangelegenheiten zuständig war, während das Ratsmitglied Hüseyin Avni Sipahi offiziell keine Befugnisse in diesem Bereich hatte. Dennoch wurde betont, dass Murat Hazinedar Sipahi ein privates Büro im vierten Stock des Rathauses zugewiesen hatte und Bauanträge von Sipahi geprüft wurden.

Dem Plädoyer zufolge wurden Bauanträge nach ihrer Einreichung bei der Direktion für Bauwesen und Stadtplanung der Stadtverwaltung Beşiktaş von Uğur Şahin, dem Berater von Sipahi, an diesen weitergeleitet. Şahin lud die Antragsteller auf Anweisung in das Büro von Sipahi ein und teilte ihnen mit, dass sie Geld an die Beltaş-Stiftung der Stadtverwaltung Beşiktaş zahlen müssten, damit ihre Bauunterlagen genehmigt würden. Andernfalls würden die Anträge nicht bearbeitet werden.

In ähnlicher Weise wurde dargelegt, dass von Personen, die eine Lizenz beantragten, ebenfalls Geld gefordert wurde, um auf diese Weise unrechtmäßige Gewinne zu erzielen. Zudem wurde behauptet, dass Murat Hazinedar von den Klägern Spenden an die Stadtverwaltung verlangt habe.

Die Staatsanwaltschaft forderte für Murat Hazinedar, Hüseyin Avni Sipahi, Rıfat Örnek, Mürvet Günday, Selçuk Bartınlı, Çetin Kırışgil und Mustafa Sarı Haftstrafen zwischen 10 Monaten und 15 Tagen sowie 4 Jahren und 6 Monaten wegen "Amtsmissbrauchs". Für andere Anklagepunkte wurde aufgrund mangelnder Beweise ein Freispruch beantragt. Auch für neun weitere Angeklagte wurde ein Freispruch gefordert.

Das Gericht vertagte die Sitzung, um den Anwälten der Angeklagten Zeit zu geben, ihre Verteidigung gegen das Plädoyer vorzubereiten.

In der Anklageschrift wurde für Murat Hazinedar eine Gesamthaftstrafe von 70 Jahren und 6 Monaten bis zu 154 Jahren wegen "Erpressung", "Bestechung" und "Amtsmissbrauchs" gefordert. Für Hüseyin Avni Sipahi wurden 43,5 bis 96 Jahre, für Rıfat Örnek 29 bis 62 Jahre und für Çetin Kırışgil 10 bis 20 Jahre Haft beantragt. Für die übrigen Angeklagten wurden Haftstrafen zwischen 4 und 37 Jahren gefordert.