Haftstrafe für Eylem Tok und Vater Cihantimur gefordert
Die Ermittlungen zu dem Vorfall in Istanbul-Kemerburgaz, bei dem Oğuz Murat Aci ums Leben kam, sind abgeschlossen. Gegen die Mutter Eylem Tok, die ihren Sohn nach dem Unfall in die USA brachte, und den Vater Timur Cihantimur wurde eine Haftstrafe von bis zu 10 Jahren gefordert.
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Gegen fünf Verdächtige, darunter die Mutter Eylem Tok und der Vater Bülent Cihantimur, denen vorgeworfen wird, den Verdächtigen Timur Cihantimur vom Unfallort weggebracht und Beweise vernichtet zu haben, wurde wegen „Vernichtung, Verbergung oder Veränderung von Beweismitteln“ sowie „Begünstigung eines Straftäters“ eine Haftstrafe von jeweils bis zu 10 Jahren gefordert.
ZEUGENAUSSAGEN IN DER ANKLAGESCHRIFT
Den Zeugenaussagen in der von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft erstellten Anklageschrift zufolge befanden sich drei weitere Freunde des Fahrers im Fahrzeug.
In der Anklageschrift wurde zudem festgehalten, dass Cihantimur schnell gefahren sei und während der Fahrt telefoniert habe.
TELEFON VOM UNFALLORT ENTFERNT
Es wurde angegeben, dass Mutter Eylem Tok nach dem Unfall gemeinsam mit Ayşe Ceren Saltoğlu zum Unfallort kam, ihren Sohn Timur Cihantimur und dessen Freunde abholte und den Ort verließ.
In diesem Prozess sei beim Fahrer weder ein Alkoholtest durchgeführt noch eine offizielle Aussage aufgenommen worden.
In der Anklageschrift heißt es, dass das Mobiltelefon des Verletzten İbrahim Gümüş am Unfallort gefunden, von Zekai Hakkı Dorum an sich genommen, später an Kerem Ataç übergeben und schließlich an der Mauer der Wohnanlage Kemer Country zurückgelassen wurde.
Der Sicherheitsdienst der Anlage habe das Telefon in Verwahrung genommen; währenddessen seien die Verdächtigen Adem Kızıltepe und Eylem Tok sowie Berna Öcalgiray, die Mutter von Demir Orhan Öcalgiray, zur Anlage gekommen. Es wurde bewertet, dass Tok und Kızıltepe gemeinsam handelten, um das als Beweismittel dienende Telefon an sich zu nehmen, was den Straftatbestand der „Vernichtung, Verbergung oder Veränderung von Beweismitteln“ erfülle.
VATER KAM NACH HAUSE UND SIE VERLIESSEN DAS HAUS IN GETRENNTEN FAHRZEUGEN
Der Anklageschrift zufolge brachte Mutter Eylem Tok ihren Sohn Timur Cihantimur nach dem Unfall in ihr eigenes Haus. Nachdem er über die Situation informiert worden war, traf auch Vater Bülent Cihantimur dort ein. Den im Dossier enthaltenen Kameraaufzeichnungen zufolge blieben die Verdächtigen eine Zeit lang im Haus und machten sich anschließend mit Fahrzeugen auf den Weg.
Während Bülent Cihantimur und Timur Cihantimur in dasselbe Fahrzeug stiegen, folgten Eylem Tok und Ayşe Ceren Saltoğlu ihnen in einem anderen Wagen.
Unterwegs wurde angehalten, um Koffer umzuladen; anschließend begaben sich Timur Cihantimur, Eylem Tok und Ayşe Ceren Saltoğlu zum Flughafen und reisten zunächst nach Ägypten und dann in die Vereinigten Staaten von Amerika.
Während die Verdächtigen nicht in die Türkei zurückkehrten, wurde gegen Eylem Tok ein Haftbefehl erlassen und eine internationale Fahndung (Red Notice) eingeleitet.
VERTEIDIGUNG VON VATER CIHANTIMUR WIDERLEGT
Die Verteidigung von Bülent Cihantimur, er habe „nichts von einem Fluchtplan gewusst“, wurde von der Staatsanwaltschaft nicht akzeptiert.
Als Begründung wurde angeführt, dass diese Verteidigung im Widerspruch zu den Feststellungen stehe, wonach die Parteien gemeinsam Vorbereitungen im selben Wohnsitz trafen, gemeinsam aufbrachen und unterwegs Koffer umluden.
HAFTSTRAFE VON BIS ZU 10 JAHREN GEFORDERT
In der Anklageschrift wurde gegen die fünf Verdächtigen, darunter Eylem Tok und Bülent Cihantimur, wegen „Vernichtung, Verbergung oder Veränderung von Beweismitteln“ sowie „Begünstigung eines Straftäters“ eine Haftstrafe von jeweils bis zu 10 Jahren gefordert.