Hintergründe zum Wechsel von Özlem Çerçioğlu zur AKP

Es sind neue Details zum Wechsel der zur AKP übergetretenen Özlem Çerçioğlu bekannt geworden. Es wird behauptet, dass Aziz İhsan Aktaş, der bei den Operationen gegen die Stadtverwaltung von Istanbul (İBB) eine Hauptrolle spielte, bei diesem Transfer eine zentrale Rolle eingenommen habe.

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Im Prozess des Übertritts der Aydıner Oberbürgermeisterin Özlem Çerçioğlu, die aus der CHP ausgetreten ist, zur AKP trat Aziz İhsan Aktaş in den Vordergrund, der zu einer zentralen Figur bei den Operationen gegen CHP-geführte Kommunen geworden ist. In den Aussagen, die Aktaş und sein Geschäftspartner Baki Nugay, Inhaber der Firma Barka Atık Yönetim Limited Şirketi, im Rahmen der Adana-Operation machten, kamen Özlem Çerçioğlu und die Ausschreibungen der Stadtverwaltung Aydın zur Sprache.

VORWÜRFE DER UNREGELMÄSSIGKEITEN BEI AUSSCHREIBUNGEN

Nachdem Aktaş und Nugay Aussagen über „Manipulation“ und unrechtmäßige Bereicherung bei den von der Stadtverwaltung Aydın erhaltenen Ausschreibungen gemacht hatten, wurde bekannt, dass der Leiter der Abteilung für Umwelt und Schutz der Stadtverwaltung Aydın, İbrahim Gürdal, als Verdächtiger zur Aussage vorgeladen wurde. Es wird behauptet, dass Çerçioğlu nach der Vorladung Gürdals aus Sorge vor einer möglichen Festnahme und Inhaftierung Kontakt zur AKP aufgenommen und daraufhin die Partei gewechselt habe.

140-MILLIONEN-AUFTRAG

Den Behauptungen zufolge wurde der Partnerschaft der Firmen Barka Atık Yönetim ve Taşımacılık Limited Şirketi und Bilginay Temizlik Hizmetleri Yemekçilik Limited Şirketi, die Aktaş und seinem Partner Nugay gehören – welche nach einer Kronzeugenregelung mit Hausarrest auf freiem Fuß sind –, von der Stadtverwaltung Aydın ein Auftrag über Fahrzeugvermietung und Festmüllentsorgung im Wert von rund 140 Millionen Lira erteilt. Es stellte sich heraus, dass Aktaş bei diesen Ausschreibungen die Methode kopierte, die zuvor bei einer Fahrzeugvermietungsausschreibung mit dem ehemaligen AKP-Bürgermeister von Bağlar in Diyarbakır, Hüseyin Beyoğlu, angewandt wurde.

UNREGELMÄSSIGKEITEN DURCH INSPEKTOREN FESTGESTELLT

Bei den Untersuchungen durch Inspektoren des Innenministeriums wurde festgestellt, dass die Ausschreibungen nicht ordnungsgemäß durchgeführt wurden. Es wurde ermittelt, dass das technische Pflichtenheft von der Firma des Aktaş, die den Zuschlag erhalten sollte, erstellt und der Stadtverwaltung vorgelegt wurde. Zudem wurde aufgezeigt, dass die Stadtverwaltung mit den für die Reinigungsfahrzeuge gezahlten Beträgen sechs solcher Fahrzeuge hätte kaufen können. Darüber hinaus wurde vermerkt, dass bei einigen Fahrzeugen, obwohl diese keine Klimaanlage besaßen, die entsprechende Klausel im Pflichtenheft gestrichen wurde.

MASSGESCHNEIDERTES PFLICHTENHEFT

Das von Aktaş erstellte Pflichtenheft wurde mit Spezifikationen ausgestattet, die bei vielen Firmen nicht zu finden sind. So wurden beispielsweise Details hinzugefügt wie: „Besitz von 8-10 Tonnen schweren Dampf-Straßenreinigungsfahrzeugen, 1-2 m3 Vakuum-Kehrmaschinen, 2-3 Tonnen Hochdruck-Straßenwaschanlagen, Verkehrsschild- und Leitplanken-Waschsystemen, Vakuum-Systemen am Heck, 3-Seiten-Kipper-Lasttransportsystemen sowie der Fähigkeit, hydraulische Baumaschinen zu betreiben“. Da die Fahrzeuge von Aktaş jedoch keine Klimaanlage hatten, wurde diese Eigenschaft aus dem Pflichtenheft entfernt.