Historisches Hotel Splendid Palas auf Büyükada wegen Drohungen in den Schlagzeilen
Das Splendid Palas Hotel auf Büyükada, das während des Putschversuchs vom 15. Juli 2016 durch die Behauptung in die Schlagzeilen geriet, dort habe unter der Leitung des ehemaligen CIA-Agenten Henri Barkey ein „Putsch-Treffen“ stattgefunden, sorgt nun erneut wegen einer angeblichen Drohung für Aufsehen.
İHA
Der stellvertretende Bürgermeister der Inselgemeinde (Adalar Belediyesi), Hüseyin Yılmaz, wandte sich am 30. Juli 2025 an die Staatsanwaltschaft und behauptete, der Hotelverantwortliche A. G. habe ihn bedroht. Grund für die Drohungen ist der Entzug der Betriebserlaubnis des Hotels durch die Gemeinde. Yılmaz legte der Staatsanwaltschaft als Beweismittel eine Tonaufnahme vor.
Untersuchungen der Bauabteilung der Gemeinde ergaben, dass der Brandschutzbericht, den das historische Gebäude im Jahr 2011 von der Stadtverwaltung Istanbul (İBB) erhalten hatte, nicht den Vorschriften entsprach. Dennoch wurde 2012 eine Betriebserlaubnis erteilt und eine Restaurierungsgenehmigung eingeholt, jedoch liegt keine Nutzungsgenehmigung (İskan) vor. Aus diesem Grund wurde die Betriebserlaubnis des Hotels von der Gemeinde widerrufen. Der Hotelleitung wurde eine Frist gesetzt, um den Betrieb einzustellen und einen neuen Antrag auf Nutzungsgenehmigung zu stellen. Die Hotelleitung legte jedoch gegen den Widerruf der Betriebserlaubnis Klage beim Verwaltungsgericht ein, welches daraufhin die Vollziehung aussetzte. Die Gemeinde hat gegen diesen Beschluss Berufung eingelegt.
Während das Gerichtsverfahren andauert, erstattete der stellvertretende Bürgermeister von Adalar, Hüseyin Yılmaz, Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft mit der Behauptung, der Hotelverantwortliche A. G. habe ihn bedroht. Yılmaz gab an, dass A. G. während eines Treffens in seinem Büro am 30. Juli 2025 unter Nennung der Namen einiger Politiker und Journalisten Drohungen ausgesprochen habe. In der als Beweismittel eingereichten Tonaufnahme soll A. G. Äußerungen wie „Die Lage wird sich zuspitzen, es werden sehr schlimme Dinge passieren, der Gemeinde und auch dir könnten schlimme Dinge zustoßen“ getätigt haben. Es wird zudem berichtet, dass Yılmaz die Aufnahme anfertigte, da er keine andere Möglichkeit hatte, Beweise zu sichern. Die Tonaufnahme wird derzeit von der Staatsanwaltschaft geprüft.