Krise um „mündliche Anweisung“ bei IBB-Ermittlungen: Anwälten wird der Zugang verwehrt
Während die Nachwirkungen der fünften operativen Welle gegen die Stadtverwaltung Istanbul (IBB) anhalten, erhebt İsmail Emre Telci, Mitglied des Hohen Disziplinarrats der CHP, einen schwerwiegenden Vorwurf. Telci behauptet, dass der Staatsanwalt per mündlicher Anweisung verhindert habe, dass Anwälte ihre Mandanten treffen können.
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Im Rahmen der Ermittlungen gegen die Stadtverwaltung Istanbul (IBB) kam es kürzlich zur fünften operativen Welle. Im Zuge der Untersuchung wurden Haftbefehle gegen 47 Personen erlassen, darunter die CHP-Bürgermeister von Avcılar, Büyükçekmece und Gaziosmanpaşa. Während 34 Personen festgenommen wurden, gelangen nun neue Vorwürfe bezüglich des Prozesses an die Öffentlichkeit.
İsmail Emre Telci, Mitglied des Hohen Disziplinarrats der CHP, äußerte sich über seinen Social-Media-Account zu den Ermittlungen und warf dem zuständigen Staatsanwalt rechtswidriges Handeln vor. Telci erklärte, dass der Staatsanwalt per mündlicher Anweisung verhindert habe, dass ein Anwalt nach einem Gespräch mit einem Verdächtigen einen weiteren Verdächtigen konsultieren könne.
„ANWEISUNG MÜNDLICH, POLIZEI HAT ES PROTOKOLLIERT“
Telci äußerte sich in seiner Erklärung wie folgt:
„Der Staatsanwalt, der die jüngste Operation gegen CHP-Politiker und Gemeindemitarbeiter leitet, gab seinen unterstellten Polizeibeamten mündliche Anweisungen. Demnach durfte ein Anwalt, der bereits mit einem Verdächtigen gesprochen hatte, keinen weiteren Verdächtigen mehr treffen. Dieses Verbot war nicht schriftlich fixiert, sondern basierte rein auf einer mündlichen Anweisung. Die Polizei hat diesen Umstand jedoch protokolliert.“
„DIESE OPERATION IST EIN ZEICHEN FÜR WILLKÜR“
Telci argumentierte, dass die besagte Praxis nicht mit dem Gesetz vereinbar sei, und fuhr fort:
„Wir sehen uns mit einem Beispiel konfrontiert, das zeigt, wie willkürlich diese Operation durchgeführt wird. Die Staatsanwaltschaft wendet nicht die Gesetze an, sondern ihre eigenen Regeln. Rechtswidrigkeit ist hier nicht die Ausnahme, sondern zur Regel geworden.“
„EIN PROZESS, IN DEM DIE VERTEIDIGUNG AUSGELÖSCHT WIRD“
In seiner Stellungnahme kritisierte Telci, dass das Recht auf Verteidigung im Justizprozess ignoriert werde, und erklärte:
„Wir erleben einen Ermittlungsprozess, in dem die Verteidigung nicht existiert oder ignoriert wird. Wir werden alle unsere rechtlichen Möglichkeiten gegen diese Praktiken bis zum Ende ausschöpfen. Niemand sollte sich von dieser Rechtswidrigkeit einen politischen Vorteil erhoffen. Jeder, der auf diese Ungerechtigkeit setzt, wird am Ende leer ausgehen.“