Antrag auf Korruptionsuntersuchungsausschuss in der İBB-Versammlung abgelehnt
Die AKP-Fraktion forderte die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Prüfung von Korruptionsvorwürfen gegen die Stadtverwaltung Istanbul (İBB) und ihre Tochtergesellschaften. Der Antrag wurde jedoch mit den Stimmen der CHP-Mitglieder abgelehnt. Während die Spannungen in der Versammlung zunahmen, lieferten sich die Parteien einen heftigen Schlagabtausch.
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Die erste Sitzung der Versammlung der Stadtverwaltung Istanbul (İBB) im April fand unter dem Vorsitz des stellvertretenden İBB-Vorsitzenden Nuri Aslan im Hauptgebäude in Saraçhane statt. Das zentrale Thema der Sitzung war der Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses im Rahmen der laufenden Korruptionsermittlungen gegen die İBB und ihre Tochtergesellschaften.
Der Fraktionssprecher Murat Türkyılmaz ergriff im Namen der AKP-Fraktion das Wort, erinnerte an den laufenden Ermittlungsprozess der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft und rief die Versammlung zur Bildung eines Untersuchungsausschusses auf. Türkyılmaz erklärte, dass das gegen den suspendierten İBB-Bürgermeister Ekrem İmamoğlu geführte Gerichtsverfahren und die darauf folgenden Verhaftungen in der Öffentlichkeit für erhebliches Aufsehen gesorgt hätten, und betonte, dass die Tochtergesellschaften der İBB im Zentrum dieses Prozesses stünden.
Der AKP-Abgeordnete Türkyılmaz äußerte sich in seiner Rede wie folgt:
"In diesem Zusammenhang wurde der Antrag auf 'Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Prüfung der in der Öffentlichkeit verbreiteten Vorwürfe gegen die İBB und ihre Tochtergesellschaften', der bereits auf der Tagesordnung der außerordentlichen Sitzung vom 24. März 2025 stand und vom Präsidium eingebracht wurde, mit der Absage dieser Sitzung auf Eis gelegt und steht nun nicht auf der Tagesordnung der anstehenden ordentlichen Versammlung. Dabei sind die İBB-Tochtergesellschaften Institutionen, die einen Großteil der öffentlichen Mittel verwalten und gemäß dem Transparenzprinzip kontrolliert werden müssen. Als Ratsmitglieder konnten wir jedoch weder Informationen über die Ausschreibungen und Finanztransaktionen dieser Unternehmen noch über deren Vorstandsmitglieder erhalten. Selbst die bestehenden Fachausschüsse haben keinen Zugang zu diesen Informationen."
Türkyılmaz argumentierte, dass die Vorgänge in den Tochtergesellschaften der öffentlichen Kontrolle unterliegen müssten, und betonte, dass ihr Antrag sowohl im öffentlichen Interesse als auch für das institutionelle Ansehen von Bedeutung sei:
"Eine umfassende Prüfung der Tochtergesellschaften, die zu den wichtigsten Akteuren der İBB gehören, wird nicht nur dazu beitragen, die erhobenen Korruptionsvorwürfe zu klären, sondern auch Klarheit in die Diskussionen über den Ruf unserer altehrwürdigen und wertvollen Institution wie der İBB bringen und eine wichtige Funktion bei der schnellstmöglichen Aufdeckung der Wahrheit erfüllen. Im Einklang mit den ambitionierten Aussagen der İBB-Führung zur Transparenz, ihrer selbstbewussten Haltung gegenüber den Anschuldigungen und dem Recht der Öffentlichkeit, die Wahrheit zu erfahren, beantragen und schlagen wir die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zur Aufklärung aller Vorwürfe gegen die İBB und ihre Tochtergesellschaften vor."
Der Antrag wurde in der Versammlung mit den Stimmen der CHP-Fraktion abgelehnt. Der CHP-Fraktionssprecher Gencay Özcan argumentierte, dass kein Bedarf für einen solchen Ausschuss bestehe, und sagte:
"Unsere Freunde schlagen hier eine Prüfung vor, die die Rechnungsprüfer des Rechnungshofs nicht durchführen konnten. Wollen sie etwa eine Prüfung durchführen, zu der das Handelsministerium nicht in der Lage ist? Wenn Sie genau hinsehen, werden diese Stellen bereits geprüft. Warum wurde zudem eine solche separate Prüfung für notwendig erachtet? Wenn es einen Arbeitsvorschlag zu diesen Tochtergesellschaften gibt, sollte dieser in den Ausschüssen bewertet werden. Deshalb werden wir mit 'Nein' stimmen."
Nach der Abstimmung wurde der Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschusses mit den Stimmen der CHP-Mitglieder abgelehnt.
Der stellvertretende AKP-Fraktionsvorsitzende Faruk Gökkuş, der nach der Sitzung vor der Presse sprach, betonte, dass ihr Antrag rechtmäßig und legitim sei, und kritisierte die İBB-Führung:
"Wir als Ratsmitglieder, die den Willen der Istanbuler Bevölkerung vertreten, haben einen sehr vernünftigen, sehr rechtmäßigen und sehr legitimen Antrag gestellt, um die Vorwürfe, dubiosen Ausschreibungen und unrechtmäßigen Ausgaben in den İBB-Tochtergesellschaften zu untersuchen."
Gökkuş reagierte zudem scharf auf die Ablehnung ihres Antrags und äußerte sich wie folgt:
"Wenn Sie so viel Vertrauen in sich selbst haben und wirklich glauben, dass Ihre Sache gerecht ist, warum entziehen Sie sich dann dieser Prüfung? Wenn diese Versammlung diese Prüfung blockiert, ist das keine bloße politische Entscheidung mehr, denn das Thema ist keine politische Polemik, sondern eine Frage der öffentlichen Sicherheit und des öffentlichen Eigentums. Wir werden nicht schweigen. Wir werden weiterhin das Recht dieses Volkes, die Zukunft dieser Stadt und die Ehre dieser Stadtverwaltung verteidigen. Ich fordere Sie heraus. Wer sich heute der Kontrolle durch die Versammlung entzieht, wird sich eines Tages nicht dem Gewissen des Volkes entziehen können."