„Selbstmord“-These im Fall Gülistan Doku widerlegt: Wichtige Erklärungen ihrer Schwester

Aygül Doku, die Schwester der Studentin Gülistan Doku, erklärte, dass die Ermittlungen von Beginn an auf die „Selbstmord“-These ausgerichtet waren, und wies auf den damaligen Gouverneur von Tunceli sowie weitere Beamte hin.

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Aygül Doku erklärte, dass der Fall nun unter dem Verdacht eines Tötungsdelikts behandelt werde und man Zugang zu kritischen Informationen erhalten habe, die bisher nicht mit der Öffentlichkeit geteilt werden konnten.

Im Gespräch mit Elif Ekin Saltık von Evrensel behauptete Doku, dass der damalige Gouverneur von Tunceli, Tuncay Sonel, den Prozess direkt geleitet und Druck auf die Familie ausgeübt habe. Doku gab an, dass einige Beamte, darunter der damalige Leiter der Arbeitsagentur İŞKUR, der Familie nahegelegt hätten: „Vertrauen Sie dem Gouverneur, Ihre Tochter hat Selbstmord begangen.“ Sie fügte hinzu, dass man ihnen nicht einmal erlaubt habe, zu trauern. Aygül Doku behauptete zudem, dass die Soziologen, die zur Unterstützung der Familie geschickt worden seien, dazu benutzt wurden, den Prozess zu überwachen und zu kontrollieren: „Jedes Mittel wurde versucht, um uns daran zu hindern, Kontakt zur Presse und zur Öffentlichkeit aufzunehmen. Während wir an der Brücke hingehalten wurden, wurde der Fall vertuscht.“

„DAS ZIEL WAR ES, DEN MÖRDER ZU SCHÜTZEN“

Doku berichtete, dass einige Taucher, die an den Sucharbeiten beteiligt waren, später Kontakt zu ihnen aufgenommen hätten: „Sie sagten uns: ‚Hier ist niemand, man täuscht euch.‘ Obwohl bekannt war, dass Gülistan nicht dort war, wurden die Suchaktionen fortgesetzt. Das Ziel war es, den Mörder zu schützen“, so ihre Worte. Aygül Doku argumentierte, dass sich auch staatliche Stellen und Justizbehörden mittlerweile bewusst seien, dass die Selbstmord-These ihre Gültigkeit verloren habe.

„Nach 6 Jahren haben wir ein Geheimnis erfahren“, sagte Doku und erinnerte an die Vorwürfe, dass der Hauptverdächtige Zaynal Abarakov und seine Familie ins Ausland gebracht worden seien. Sie betonte, dass die Informationen und Dokumente, die ihnen vorlägen, stark genug seien, um den Verlauf des Falls zu verändern. Da sie aufgrund der Geheimhaltungspflicht keine Details nennen könne, erklärte Doku, dass jeder, der versucht habe, die Ermittlungen einzustellen, zur Verantwortung gezogen werde.

„WIR SIND UM UNSERE SICHERHEIT BESORGT“

Aygül Doku äußerte ihre Sorge um die Sicherheit der Familie: „Sollte einem unserer Familienmitglieder etwas zustoßen, ist der damalige Gouverneur dafür verantwortlich. Wir werden diesen Fall nicht aufgeben, bis Gülistan gefunden wurde und die Verantwortlichen vor Gericht stehen.“

WAS WAR PASSIERT?

Gülistan Doku, Studentin der Abteilung für Kinderentwicklung an der Munzur-Universität, verschwand am 5. Januar 2020, nachdem sie ihr Wohnheim verlassen hatte. Trotz Überwachungskameras, Telefonaufzeichnungen und Zeugenaussagen führten die durchgeführten Sucharbeiten bis heute zu keinem Ergebnis.