Innenminister Mustafa Çiftçi warnt vor Angriffen: „Perverse Geisteshaltungen...“

In einer exklusiven Erklärung gegenüber tv100 äußerte sich Innenminister Mustafa Çiftçi zu den aufeinanderfolgenden Schulangriffen in Şanlıurfa und Kahramanmaraş. Çiftçi betonte, dass die Türkei nicht nur mit einem Sicherheitsproblem konfrontiert sei, sondern auch mit neuen gesellschaftlichen Risiken, die das digitale Zeitalter mit sich bringe.

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Çiftçi erklärte gegenüber tv100, dass die aufeinanderfolgenden Schulangriffe nicht allein durch Sicherheitsmaßnahmen an den Schultoren erklärt werden könnten und der Prozess in der Familie beginnen müsse. Er wies darauf hin, dass der Einfluss der digitalen Welt auf die geistige Entwicklung von Kindern nicht geleugnet werden könne, und forderte eine notwendige Regulierung der sozialen Medien.

„Es geht nicht nur um die Sicherheit am Schultor“, sagte Çiftçi und betonte, dass die Angriffe auf ein tieferliegendes Problem hindeuten, das die geistige Welt von Kindern und Jugendlichen beeinflusse. Çiftçi erklärte: „Das eigentliche Problem ist das Klima der digitalen Gewalt, die soziale Isolation, die Schwächung der Bindungen zwischen Familie und Schule sowie die Unzulänglichkeit von Frühwarnmechanismen.“

'NICHT NUR ALS FRAGE DER ÖFFENTLICHEN SICHERHEIT ZU BETRACHTEN'

Innenminister Çiftçi wies darauf hin, dass Inhalte, die Angst, Wut und Gewalt schüren, auf Online-Plattformen durch Algorithmen verstärkt würden, und sagte, dass Jugendliche in diesem Umfeld eher in die Entfremdung als in die Zugehörigkeit getrieben würden. Çiftçi sagte: „Jugendliche werden anfälliger dafür, sich statt zu kommunizieren zu verschließen und statt Lösungen zu suchen, plötzlich und destruktiv zu reagieren.“

Er betonte, dass Schulangriffe nicht nur als eine Frage der öffentlichen Sicherheit betrachtet werden dürften, sondern dass das Thema auch im Zusammenhang mit der digitalen Weltordnung, der psychischen Gesundheit der Jugend und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt behandelt werden müsse.

'KINDER WERDEN ROBOTERHAFT'

Çiftçi erklärte, dass Kinder in unkontrollierten digitalen Umgebungen mit unbekannten Personen kommunizieren könnten: „Unsere Kinder, die stundenlang in ihren Zimmern verbringen, können in den Chat-Modulen von Spielen toxische virtuelle Beziehungen aufbauen. Während sie die in diesem Prozess gegebenen Befehle ausführen, werden sie regelrecht roboterhaft“, sagte er.

'PERSONEN MIT PERVERSER GEISTESHALTUNG WERDEN HEROISIERT'

Çiftçi äußerte sich auch dazu, dass der Begriff „Held“ für Jugendliche eine Bedeutungsverschiebung erfahren habe: „Wir stellen fest, dass Personen mit einer perversen Geisteshaltung in dieser schmutzigen virtuellen Welt heroisiert werden“, sagte er.

'REGULIERUNG DER SOZIALEN MEDIEN IST EIN MUSS'

Çiftçi erklärte, dass die Internetnutzung von Kindern kontrolliert eingeschränkt werden müsse und eine Regulierung der sozialen Medien ein wichtiges Bedürfnis sei. „Wir können uns keinem Verständnis von Inhalten unterwerfen, das Gewalt verherrlicht und Verbrechen normalisiert“, sagte Çiftçi und betonte, dass jeder, von digitalen Plattformen bis hin zum Mediensektor, Verantwortung übernehmen müsse.

'JEDER MUSS DIE VERANTWORTUNG SPÜREN, DIE ER TRÄGT'

Mustafa Çiftçi betonte, dass die Verantwortung für die Inhalte, denen Kinder ausgesetzt sind, nicht nur auf Familie und Schule beschränkt sei: „Vom Serien- und Filmsektor über Fernsehsender bis hin zu digitalen Plattformen, Spieleherstellern und sozialen Medien muss jeder die Verantwortung dafür spüren, was er in die geistige und seelische Welt unserer Kinder trägt“, sagte er. Çiftçi wies insbesondere auf die Auswirkungen von Inhalten hin, die Gewalt verherrlichen und Verbrechen normalisieren, und forderte alle Inhaltsproduzenten auf, sensibler und bewusster zu handeln.

'GESELLSCHAFTLICHER ZUSAMMENHALT WIRD NEU AUFGEBAUT'

In der Fortsetzung seiner Erklärungen betonte Çiftçi, dass der Kampf nicht auf Sicherheitsmaßnahmen beschränkt bleiben könne. Çiftçi sagte: „Dieser Prozess wird in der Familie beginnen, die emotionale Bindung zwischen Eltern und Kind wird gestärkt. Das Schul- und Beratungssystem wird diese Bindung unterstützen, und der gesellschaftliche Zusammenhalt wird neu aufgebaut.“

Çiftçi betonte, dass Kinder nicht nur durch akademischen Erfolg, sondern auch durch nationale und moralische Werte, ein Zugehörigkeitsgefühl, Mitgefühl und Gewissen erzogen werden sollten, und wies auf die Bedeutung einer wertebasierten Bildung hin.

Çiftçi erklärte, dass dieser Prozess nicht nur eine Frage der heutigen Sicherheit, sondern der Zukunft der Türkei sei, und betonte, dass ein umfassender gesellschaftlicher Kampf geführt werde, der alle Bereiche von der Familie über die Bildung bis hin zu Medien und digitalen Plattformen abdecke.