Israels Geiselstrategie: Gaza soll von humanitärer Hilfe abgeschnitten werden

Während Gaza durch Luftangriffe und eine Blockade massive Zerstörungen erleidet, hat Israel auf die internationalen Appelle für humanitäre Hilfe für den Gazastreifen sehr scharf reagiert.

AA

Der israelische Energieminister Israel Katz erklärte, dass der Gazastreifen weder Strom noch Wasser oder Treibstoff erhalten werde, bevor die dort festgehaltenen israelischen Geiseln nicht in ihre Heimat zurückgekehrt seien.

Katz reagierte in einer Erklärung auf der Social-Media-Plattform X auf die zunehmenden Forderungen nach humanitärer Hilfe für den unter Blockade stehenden Gazastreifen, der sich am sechsten Tag des israelisch-palästinensischen Konflikts unter schwerem israelischen Beschuss befindet.

''NIEMAND SOLL UNS MORALPREDIGTEN HALTEN''

Der israelische Minister äußerte: ''Humanitäre Hilfe für Gaza? Kein Stromschalter wird umgelegt, kein Wasserhahn wird aufgedreht und kein Treibstofflaster wird hineingelassen, bis die israelischen Gefangenen in ihre Häuser zurückgekehrt sind.''

Auf die internationale Kritik, dass Israel im Gazastreifen Methoden der Kollektivbestrafung anwende, ohne zwischen Bewaffneten und Zivilisten zu unterscheiden, entgegnete Katz: ''Humanität gegen Humanität. Niemand soll uns Moralpredigten halten.''

DER KRIEG TRIFFT ZIVILISTEN

Der bewaffnete Flügel der Hamas, die Al-Qassam-Brigaden, hatte am Morgen des 7. Oktober einen umfassenden Angriff auf Israel unter dem Namen „Al-Aqsa-Flut“ gestartet. Bewaffnete Gruppen drangen daraufhin in israelische Siedlungen ein, woraufhin die israelische Armee mit Dutzenden Kampfflugzeugen Angriffe auf den Gazastreifen begann.

Es wurde berichtet, dass bei den Angriffen aus Gaza 1300 Israelis ums Leben kamen und 3300 Israelis verletzt wurden. Das palästinensische Gesundheitsministerium gab bekannt, dass bei den israelischen Angriffen in Gaza 1203 Menschen getötet und 5763 Personen verletzt wurden.

Zudem wurde mitgeteilt, dass im Westjordanland 29 Palästinenser bei Angriffen israelischer Streitkräfte und jüdischer Siedler getötet und etwa 150 Menschen verletzt wurden.

Die Vereinten Nationen hatten Israel dazu aufgerufen, einen humanitären Korridor für Gaza zu öffnen, und gewarnt, dass die Bedingungen in der Region „schwerwiegender als je zuvor“ sein könnten.