Israel-Verbot bleibt auf dem Papier! Handel geht weiter
Die türkischen Exporte nach Israel erreichten im September 116,1 Millionen Dollar. Während diese Zahl nach der angeblichen Verbotsentscheidung der AKP-Regierung stieg, erreichten auch die Exporte nach Palästina ein Rekordniveau. Ökonomen behaupten, dass der Handel tatsächlich nach Israel umgeleitet wird.
12punto
Es sind etwa 6 Monate seit der angeblichen Entscheidung der AKP-Regierung vergangen, Exporte nach Israel zu verbieten. Doch in dieser Zeit sind die Exporte nach Israel gestiegen.
Dem Ökonomen İnan Mutlu zufolge, der eine Tabelle über seinen X-Account teilte, zeigen die heutigen Daten des israelischen Zentralamts für Statistik, dass die Türkei im September Waren im Wert von 116,1 Millionen Dollar nach Israel exportierte.
'EINIGE LEUTE LASSEN IHRE SCHIFFE WEITER FAHREN'
In seinem Beitrag schrieb İnan: "Laut den heutigen Daten des israelischen Zentralamts für Statistik hat die Türkei im September 116,1 Millionen Dollar nach Israel exportiert. In den ersten neun Monaten erreichten die Gesamtexporte nach Israel 1 Milliarde 809 Millionen Dollar. Trotz des Völkermords in Gaza lassen einige Leute ihre Schiffe weiter fahren."
REKORDANSTIEG NACH PALÄSTINA NACH BEGINN DES ISRAEL-VERBOTS
Andererseits wies der Autor der Zeitung Ekonomim, Alaattin Akkaş, darauf hin, dass die Exporte nach Palästina auf 164,5 Millionen Dollar gestiegen seien, und betonte, dass dieser Anstieg mit dem Zeitraum zusammenfalle, in dem das Exportverbot nach Israel in Kraft trat. Akkaş sagte: "Was soll das heißen, die Exporte in dieses Land werden doch nicht etwa auf dem Papier als Palästina deklariert, nur weil die Tür nach Israel geschlossen wurde!"
Der entsprechende Abschnitt aus Akkaş' Artikel lautet wie folgt:
"Die Exporte nach Palästina, die im September letzten Jahres bei 14 Millionen Dollar lagen, sind in diesem Jahr um mehr als das Zehnfache auf 164,5 Millionen Dollar gestiegen. Die Exporte in den ersten neun Monaten stiegen ebenfalls um mehr als das Fünffache von 90,9 Millionen Dollar auf 551,3 Millionen Dollar. Sicherlich! Es fällt auf, dass die türkischen Exporte nach Palästina in den ersten vier Monaten relativ niedrig blieben und der Anstieg erst im Mai begann. Sicherlich hat dieser Anstieg, der im Mai begann, nichts mit dem Exportverbot nach Israel zu tun, das in jenem Monat verhängt wurde! Was soll das heißen, die Exporte in dieses Land werden doch nicht etwa auf dem Papier als Palästina deklariert, nur weil die Tür nach Israel geschlossen wurde!"
Der Journalist Metin Cihan hatte behauptet, dass die Türkei nach Beginn des Handelsverbots mit Israel das Embargo umgehe, indem sie die Exporte so darstelle, als würden sie nach Palästina gehen.