Israelische Delegation aus Ägypten zurückgekehrt: Verhandlungen gestoppt

Die von Israel nach Ägypten entsandte Verhandlungsdelegation ist aufgrund von Differenzen mit Premierminister Benjamin Netanjahu innerhalb weniger Stunden nach Tel Aviv zurückgekehrt. Über die Zukunft und Details der Verhandlungen wurde bisher keine offizielle Erklärung abgegeben.

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Die Delegation, die Israel für Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch nach Ägypten entsandt hatte, ist nach wenigen Stunden aufgrund von Differenzen mit Premierminister Benjamin Netanjahu nach Tel Aviv zurückgekehrt. 

Wie die Zeitung Yedioth Ahronot berichtet, musste die Delegation, bestehend aus dem Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, David Barnea, dem Leiter des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, Ronen Bar, und dem Leiter der für die Koordinierung der Regierungsaktivitäten in den palästinensischen Gebieten (COGAT) zuständigen Einheit der israelischen Armee, Generalmajor Ghassan Alian, nach den Gesprächen in Kairo nach Israel zurückkehren.

Als Hauptgrund für die Rückkehr der Verhandlungsdelegation werden die Meinungsverschiedenheiten zwischen Netanjahu und der Armee bezüglich der Gefangenenaustausch-Verhandlungen genannt, wobei keine Details zu diesen Differenzen bekannt gegeben wurden. Das Büro des Premierministers hat sich bisher nicht zu dem Zeitungsbericht geäußert.

ZUKUNFT DER VERHANDLUNGEN UNGEWISS 

Weder von ägyptischer, katarischer noch von Hamas-Seite gab es nach der Ermordung von Ismail Haniyya in Teheran eine Erklärung zur Wiederaufnahme der Gefangenenaustausch-Verhandlungen. Der katarische Außenminister Mohammed bin Abdulrahman hatte am 31. Juli erklärt, dass Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Verhandlungen bestünden.

US-Präsident Joe Biden hatte am 31. Mai den von Israel vorgeschlagenen dreistufigen Waffenstillstandsplan vorgestellt. Dieser Plan sah einen dauerhaften Waffenstillstand, den Rückzug Israels aus dem Gazastreifen, den gegenseitigen Austausch von Geiseln, die Rückkehr vertriebener Palästinenser sowie die ununterbrochene Bereitstellung humanitärer Hilfe vor. Netanjahu stellte jedoch neue Bedingungen für die Gefangenenaustausch-Verhandlungen, die unter anderem die Einschränkung der Bewegungsfreiheit bewaffneter Palästinenser sowie den Verbleib der israelischen Armee im Philadelphi-Korridor an der Grenze zwischen Gaza und Ägypten vorsahen.