Ist Bora Kaplan zum Kronzeugen geworden? Stellungnahme seiner Anwälte

Die Anwälte von Bora Kaplan, der wegen der Führung einer kriminellen Vereinigung zu 68 Jahren Haft verurteilt wurde, wiesen die Behauptungen zurück, er sei zum Kronzeugen geworden und werde zum Opferfest (Kurban Bayramı) aus der Haft entlassen. Sie erklärten, dass Kaplan seine Aussagen in keiner Weise geändert habe und keine ergänzenden Aussagen abgegeben habe.

Müyesser Yıldız

Bericht: Müyesser Yıldız /12punto

In einigen Social-Media-Konten wurde behauptet, dass Bora Kaplan vor einem speziell beauftragten Team ausgesagt habe und zum Kronzeugen geworden sei, wobei seine Aussage zahlreiche politische Namen enthalte. Zudem wurde behauptet, dass nach diesen Geständnissen der Richter im Geldwäscheprozess ausgetauscht und die Zwangsverwalter abberufen worden seien, und dass Kaplan zum Opferfest aus der Haft entlassen werde und ins Ausland ziehen werde.

In einer heutigen Stellungnahme zu diesen Behauptungen teilten Kaplans Anwälte mit, dass die Entscheidung zur Bestellung von Zwangsverwaltern für die Unternehmen sowie die gegen die Angeklagten im Geldwäscheverfahren verhängten gerichtlichen Kontrollmaßnahmen nicht aufgehoben wurden, und erklärten dazu:

„In diesem Zusammenhang besteht auch gegen die in den Beiträgen genannte Cener Binnur Kara eine gerichtliche Kontrollmaßnahme, und eine Ausreise ins Ausland ist ihr unter keinen Umständen möglich.

Ebenso steht die Operation gegen die Person namens Muhammed Kaplan in keinem Zusammenhang mit Bora Kaplan; es wurden von ihm keinerlei Forderungen bezüglich Bora Kaplan erhoben.“

Die Anwälte betonten zudem, dass Bora Kaplan seine Aussagen in keiner Weise geändert oder ergänzende Aussagen gemacht habe, und sagten: „Es wird erwartet, dass die rechtswidrige Entscheidung des erstinstanzlichen Gerichts von den übergeordneten Justizbehörden aufgehoben wird.“

Die Anwälte wiesen darauf hin, dass bereits im März ähnliche Beiträge veröffentlicht wurden und die daraufhin versandte Gegendarstellung auf der entsprechenden Plattform veröffentlicht wurde. Zur Quelle und zum Grund der Behauptungen äußerten sie sich wie folgt:

„Diese Nachrichten und Beiträge entsprechen absolut nicht der Wahrheit und bestehen lediglich aus vergeblichen Versuchen von Konten, die mit der FETÖ in Verbindung stehen, um den Rechtskampf unseres Mandanten, der gegen eklatante Rechtswidrigkeiten kämpft, zu untergraben.

Tatsächlich sind die besagten unwahren Beiträge der Beweis dafür, wie dem Mandanten Bora Kaplan durch FETÖ-artige Manöver auf rechtswidrige Weise die Freiheit entzogen wurde.

Gegen die Inhaber und Verantwortlichen der Social-Media-Konten, die diese unwahren Behauptungen verbreiten, werden die notwendigen rechtlichen Schritte eingeleitet.“