Erdbeben-Experte aus Japan warnt vor Beben in dieser Region! „Es könnte eine Stärke um die 7 erreichen…“
Der japanische Erdbeben-Experte Yoshinori Moriwaki lenkt die Aufmerksamkeit auf Zypern und erklärte: „Auf Zypern könnte es zu einem Erdbeben der Stärke um die 7 kommen. Zypern gehört in dieser Hinsicht zu den gefährdeten Gebieten.“
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Der Bauingenieur, Architekt und Erdbeben-Experte Yoshinori Moriwaki nahm an Erdbeben-Symposien in Siirt teil.
Moriwaki äußerte sich zu den Verwerfungslinien in der Türkei und wies darauf hin, dass sich die Ostanatolische Verwerfung von Elazığ, Kahramanmaraş und Hatay bis nach Adana und weiter in Richtung Zypern erstreckt.
„AUF ZYPERN KÖNNTE ES ZU EINEM BEBEN DER STÄRKE UM DIE 7 KOMMEN“
Moriwaki lenkte die Aufmerksamkeit auf Zypern und sagte: „Auf Zypern könnte es zu einem Erdbeben der Stärke um die 7 kommen. Zypern gehört in dieser Hinsicht zu den gefährdeten Gebieten. Ich kann sagen, dass diese Region an erster Stelle steht.“
Yoshinori Moriwaki fuhr fort:
„In der Türkei folgen die Erdbeben wie Dominosteine aufeinander. Bingöl-Karlıova, Muş und Bitlis bilden die zweite Zone. Die dritte Zone ist die Ägäis-Region. In der Ägäis gibt es sehr schmale und kurze Verwerfungslinien. Deshalb kommt es dort nicht zu extrem starken Beben, aber sie treten häufig auf. Die vierte Zone ist die Marmara-Region. Das Erdbeben von 1999 am nördlichen Arm der Nordanatolischen Verwerfung in Gölcük wirkte sich auch auf Yalova aus. Die Nordanatolische Verwerfung umfasst grob acht Verwerfungslinien. Wenn in der Marmara-Region eine dieser Linien bricht, könnte ein Beben der Stärke 6,8 entstehen; sollten mehrere gleichzeitig brechen, könnte die Stärke 7 erreichen.“
DIE ERDBEBEN VOM 6. FEBRUAR
Moriwaki erklärte, dass in der Region um Kahramanmaraş nach den schweren Erdbeben vom 6. Februar 2023 kein weiteres großes Beben erwartet werde, da durch diese Ereignisse bereits eine große Menge angestauter Energie freigesetzt worden sei.
Moriwaki erinnerte daran, dass die Beben von Kahramanmaraş auch Hatay mit seinem weichen Untergrund in Mitleidenschaft gezogen hätten, und wies darauf hin, dass bei einem Beben im Meer vor Zypern die Region aufgrund der Bodenbeschaffenheit erneut betroffen sein könnte.
Yoshinori Moriwaki sagte, dass zwar ein Erdbebenrisiko entlang der Ostanatolischen Verwerfung bestehe, es jedoch unmöglich sei, einen Zeitpunkt dafür zu nennen.
Der japanische Experte betonte, wie wichtig es sei, die Realität der Erdbebengefahr zu akzeptieren und vorbereitet zu sein; bei entsprechender Vorbereitung könnten Schäden weitgehend vermieden werden.
Moriwaki gab zudem Empfehlungen für Personen, die ein Haus kaufen oder mieten möchten:
„Zuerst: Ist der Boden gut oder schlecht? Das kann man im Internet für die jeweilige Region einsehen. Ist der Boden gut, breiten sich die Erdbebenwellen schnell aus und die Erschütterung ist geringer. Ist er weich, ist das schlecht. 1999 gab es das Beben in İzmit; in Istanbul gab es kaum Probleme, aber trotz der Entfernung stürzten in Avcılar viele Gebäude ein, weil der Boden dort weich ist. Zweitens: Gibt es eine Baugenehmigung und eine Abnahme? Wurde das Gebäude also offiziell genehmigt? Wenn nicht, weiß man nicht, was gemacht wurde. Wurde am Material gespart, wurde schlechtes Material verwendet? Das ist unklar. Drittens: Wurde das Gebäude vor oder nach dem Jahr 2000 errichtet? Denn 1999 gab es eine Änderung der Bauvorschriften. Gebäude, die nach 2000 gebaut wurden, sind im Allgemeinen gut. Da für diese Gebäude Bodenuntersuchungen und Kontrollen vorgeschrieben sind und bei schlechtem Boden Verbesserungen vorgenommen werden müssen, kann man sagen, dass Gebäude nach 2000 besser sind.“
„STÄDTEBAULICHE SANIERUNG IST NOTWENDIG“
Der japanische Experte betonte, dass zur Vorbereitung auf Erdbeben je nach Bedarf eine städtebauliche Sanierung oder eine bauliche Verstärkung durchgeführt werden müsse.
Moriwaki sagte: „Man muss sich die Säulen ansehen. Wenn die Bewehrung im Beton rostet, dehnt sie sich aus und sprengt den Beton. Das bedeutet, bei einem Erdbeben kann das Gebäude einstürzen. Die Kommunen müssen städtebauliche Sanierungen vorantreiben. Auch die Bewohner der Gebäude müssen der Sanierung zustimmen. Es gibt auch Gebäude, die durch Verstärkungsmaßnahmen ertüchtigt werden können.“