1.-Mai-Begeisterung in Kadıköy: Tausende füllen den Platz und fordern ihre Rechte ein
Der Tag der Arbeit und Solidarität am 1. Mai wird mit Begeisterung und in bunter Atmosphäre gefeiert, wobei Tausende Menschen auf dem Rıhtım-Platz in Kadıköy zusammengekommen sind. Zahlreiche Gewerkschaften, Berufsverbände und politische Parteien füllten den Platz den ganzen Tag über.
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Kadıköy erlebte am diesjährigen Tag der Arbeit und Solidarität bereits in den frühen Morgenstunden einen intensiven Menschenstrom. Bürger aus allen Teilen des Landes trafen sich in Korzessionen, die von Haydarpaşa und Söğütlüçeşme aus zum Rıhtım-Platz in Kadıköy zogen. Während die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Gelände auf höchstem Niveau gehalten wurden, passierten die Teilnehmer an den Eingängen zum Platz Polizeikontrollen.
Das Programm zum 1. Mai wurde unter der Führung des Konföderation Revolutionärer Arbeitergewerkschaften (DİSK), der Konföderation der Gewerkschaften Öffentlicher Beschäftigter (KESK), der Union der Kammern türkischer Ingenieure und Architekten (TMMOB) und der Türkischen Ärztevereinigung (TTB) organisiert. An der Veranstaltung nahmen zahlreiche Vertreter von Gewerkschaften, demokratischen Massenorganisationen, Nichtregierungsorganisationen und politischen Parteien teil. Auch der CHP-Vorsitzende Özgür Özel und der Ko-Vorsitzende der DEM-Partei, Tuncay Bakırhan, waren anwesend.
Während ab den Morgenstunden ein Anstieg des Verkehrs- und Fußgängeraufkommens rund um Kadıköy zu verzeichnen war, bewegten sich die Korzessionen mit lautstarken Slogans und Transparenten auf den Platz zu. Zu den Forderungen der Teilnehmer zählten insbesondere Gerechtigkeit, Demokratie, sichere Arbeitsplätze, die Verbesserung der Lebensbedingungen, die Unabhängigkeit der Justiz sowie der Umweltschutz.
Der 1.-Mai-Marsch zeichnete sich durch eine visuelle Vielfalt aus. Die Arbeiter in den Korzessionen trugen Schilder mit Aufschriften wie „Ein menschenwürdiges Leben, würdevolle Arbeit“ und „Es lebe der 1. Mai“. Als ein Bürger ein Poster von Ekrem İmamoğlu hochhielt, ertönte der Ruf „Grüße an Ekrem İmamoğlu“ über den Platz. Anschließend wurde das Lied „Es gibt keine Rettung allein, entweder alle zusammen oder keiner von uns“ gespielt, und der Platz war für eine Weile von Protestrufen und Hymnen erfüllt.
An den Eingängen zum Platz führte die Polizei Durchsuchungen von Personen und Taschen durch, jedoch kam es zu keinen negativen Vorfällen. Mitglieder der Lehrergewerkschaft, die am Marsch teilnahmen, äußerten ihren Protest mit Slogans wie „Yusuf Tekin tritt zurück“. Auch der in der vergangenen Periode inhaftierte Gewerkschafter Mehmet Türkmen wurde im 1.-Mai-Marsch nicht vergessen; sein Name wurde auf Transparenten und in Reden gewürdigt.
Menschenmengen aus verschiedenen Berufsgruppen sowie Fangruppen schlossen sich den Korzessionen an und sorgten für eine bunte Atmosphäre auf dem Platz. Hymnen, Blasmusikdarbietungen und Halay-Tänze verliehen den Feierlichkeiten Dynamik.
In den späteren Stunden der Veranstaltung trat die DİSK-Vorsitzende Arzu Çerkezoğlu trotz des starken Regens ans Rednerpult und wandte sich an die Menge. Die Teilnehmer unterstützten diese Rede mit Applaus. Die auf dem Platz vereinten Gruppen zeigten eine gemeinsame Solidarität gegen die Wirtschaftskrise und soziale Ungerechtigkeiten. Die Sicherung gewerkschaftlicher Rechte, die Gewährleistung von Steuergerechtigkeit, das Ende der Zwangsverwaltungspraktiken (Kayyım), die Beendigung von Ungleichheit und Gewalt gegen Frauen sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen von Rentnern und Jugendlichen gehörten ebenfalls zu den hervorgehobenen Forderungen.
Während die Feierlichkeiten bunte Bilder boten, unterstrich der Rıhtım-Platz in Kadıköy einmal mehr den Geist der Einheit und Solidarität des 1. Mai.